Berlin ist nicht nur Club-, Kultur- und Gastronomieszene bekannt, sondern auch grün, idyllisch und ruhig. Neben den berühmten Hotspots wie dem Tiergarten und dem Tempelhofer Feld gibt es noch zahlreiche weitere Orte, die ihr in der Hauptstadt kennen müsst. Vom Volkspark Friedrichshain mit seinem Märchenbrunnen bis zur idyllischen Max-Liebermann-Villa, die Natur und Kunstgeschichte miteinander verbindet. Und dort hört es noch lange nicht auf: Der Prinzessinnengarten zählt zu den bekanntesten Urban-Gardening-Projekten Deutschlands und ist zugleich eine der außergewöhnlichsten grünen Oasen Berlins.

Der Prinzessinnengarten wurde 2009 auf einer Brachfläche am Moritzplatz in Kreuzberg gegründet. Ziel war es, mitten in der Stadt einen Ort für gemeinschaftliches Gärtnern, Umweltbildung und nachhaltiges Leben zu schaffen. Das Projekt entwickelte sich schnell zu einer Berliner Institution und erlangte auch international Bekanntheit als Vorbild für Urban Gardening. Im Jahr 2020 zog der Prinzessinnengarten auf den Neuen St. Jacobi-Friedhof in Neukölln um. Auf dem rund 7,5 Hektar großen Gelände entstand zwischen historischen Grabsteinen, alten Bäumen und wilden Wiesen ein neuer Gemeinschaftsgarten, der heute als grüner Treffpunkt für die Nachbarschaft dient.
Besucher erwarten dort mehr als 60 Hochbeete, Gemüse- und Kräutergärten, Obstbäume und Blühwiesen sowie zahlreiche Bienen- und Naturschutzprojekte. Darüber hinaus finden regelmäßig Workshops rund um Nachhaltigkeit und ökologisches Gärtnern, Bildungsangebote für Kinder und Erwachsene sowie Kulturveranstaltungen und Ausstellungen statt. Besonders ist die einzigartige Verbindung aus historischem Friedhof, Gemeinschaftsgarten und öffentlichem Begegnungsort – ein Konzept, das es in dieser Form kaum ein zweites Mal in Berlin gibt.

Mitten im Garten befindet sich das gemütliche Gartencafé in der Hermannstraße 103–105. Täglich von 11 bis 19 Uhr werden dort Kaffee und hausgemachte Kuchen, saisonale Gerichte sowie kleine vegetarische und vegane Speisen, Frühstück und Snacks aus regionalen und biologischen Zutaten serviert. Die Sitzplätze verteilen sich zwischen Gemüsebeeten und alten Bäumen, wodurch eher das Gefühl eines Landcafés als eines Cafés mitten in Neukölln entsteht.
Der Prinzessinnengarten zeigt eindrucksvoll, wie ungenutzte Flächen in lebendige Gemeinschaftsorte verwandelt werden können. Der ehemalige Friedhof dient heute gleichzeitig als Naturschutzraum, Lernort, Nachbarschaftstreff und kultureller Begegnungsort. Wer dem Großstadttrubel entfliehen möchte, findet hier eine grüne Oase, die Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und Genuss auf einzigartige Weise miteinander verbindet.