Diese Jahreszeit schreit förmlich danach, jede freie Minute im Grünen zu verbringen. Zum Glück bietet Berlin dafür zahlreiche idyllische Orte – von versteckten Grünoasen über blühende Rosengärten bis hin zu beeindruckenden Wasserfällen. Welches Naturerlebnis es heute sein darf, entscheidet ihr ganz nach Lust und Laune. Und damit euch die Ausflugsziele nicht ausgehen, haben wir einen weiteren Tipp für euch: Der Körnerpark im Berliner Bezirk Neukölln, gelegen zwischen Schierker Straße, Jonasstraße und Selkestraße, zählt zu den beeindruckendsten und zugleich unterschätztesten Grünanlagen der Hauptstadt.

Besonders außergewöhnlich ist die Lage: Der gesamte Park liegt rund sieben Meter unter dem Straßenniveau, da sich hier bis Ende des 19. Jahrhunderts eine Kiesgrube befand. Dadurch wirkt die Anlage wie ein versteckter Garten, der von den umliegenden Häusern abgeschirmt wird.
Die Anlage wurde zwischen 1912 und 1916 nach Plänen des Gartenarchitekten Reinhold Kiehl errichtet. Vorbild waren barocke Schlossgärten mit geometrischen Achsen, Terrassen und repräsentativen Wasseranlagen. Mit einer Fläche von rund 2,4 Hektar zählt der Körnerpark zwar nicht zu den größten Parks Berlins, dafür aber zu den eindrucksvollsten. Besonders markant sind die breiten Treppenanlagen, die den Höhenunterschied zwischen Straße und Park überwinden. Von oben eröffnet sich ein Blick auf die streng symmetrisch gestaltete Gartenanlage mit ihren Blumenbeeten und Wasserflächen.
Das Herzstück des Parks bildet die zentrale Brunnenanlage. Wasserbecken, Kaskaden und Springbrunnen sorgen vor allem in den Sommermonaten für eine fast mediterrane Atmosphäre. Die Sichtachse vom Brunnen bis zur Orangerie gehört zu den schönsten Parkansichten Berlins.

Am westlichen Ende des Parks befindet sich die denkmalgeschützte Orangerie. Das Gebäude wurde ursprünglich als Gesellschafts- und Veranstaltungsgebäude errichtet und beherbergt heute eine kommunale Galerie mit wechselnden Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. Die großen Rundbogenfenster und die historische Architektur verleihen dem Park zusätzlich seinen schlossartigen Charakter.
Besonders im Frühjahr und Sommer entfaltet der Körnerpark seine volle Schönheit. Dann blühen zahlreiche Stauden, Rosen und saisonale Blumenpflanzungen. Die symmetrischen Beete werden regelmäßig neu bepflanzt und zählen zu den aufwendigsten öffentlichen Gartenanlagen Berlins.
Der Park verdankt seinen Namen Franz Körner, der das Gelände Ende des 19. Jahrhunderts erwarb. Nachdem die Kiesgrube stillgelegt worden war, entstand die Idee, hier eine öffentliche Grünanlage zu schaffen. Die Eröffnung erfolgte 1916. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Anlage stark beschädigt, später jedoch weitgehend nach historischem Vorbild wiederhergestellt.