Abkühlung mitten in der Stadt gefällig? Dafür gibt es in Berlin verschiedene Möglichkeiten – sei es bei der Mit-Schwimm-Demo diesen Donnerstag in der Spree oder direkt vor einem der berühmtesten Theater der Stadt. Doch wo können sich die Kids beim Planschen und Spielen abkühlen? Dafür haben wir heute einen besonderen Tipp für euch: Die Plansche Singerstraße ist ein kostenloser Wasserspielplatz mitten in Berlin-Mitte. Besonders spannend ist ihre Geschichte: Die Anlage stammt bereits aus den 1960er-Jahren, wurde über mehrere Jahre umfassend saniert und 2024 komplett neu eröffnet. Heute verbindet sie Wasserspaß und Spielmöglichkeiten mit Grünflächen und einem generationenübergreifenden Outdoor-Fitnesspark.

Die Plansche liegt in der Singerstraße in 10179 Berlin-Mitte, südlich der Karl-Marx-Allee und in der Bezirksregion Alexanderplatz. Als Standort nennt das Bezirksamt die Singerstraße gegenüber dem Max-Planck-Gymnasium, Singerstraße 8a. Die Plansche selbst besitzt eine Fläche von 930 m². Sie besteht heute nicht einfach aus einem klassischen Planschbecken, sondern wurde als moderner Wasserspielplatz gestaltet. Es gibt unter anderem Wasserdüsen, Duschen und Fontänenmasten, mit denen sich Kinder an heißen Sommertagen abkühlen können.
Auch die Geschichte ist ungewöhnlich. Die Plansche wurde 1962/63 vom Landschaftsarchitekten Rolf Timmler angelegt. Generationen von Kindern aus dem Wohngebiet rund um die Karl-Marx-Allee sind dort aufgewachsen. Das ursprüngliche Konzept war stark von der damaligen Begeisterung für die Raumfahrt geprägt. Der erste künstliche Erdsatellit Sputnik 1 war 1957 ins All gestartet – und genau diese neue Raumfahrtära beeinflusste die Gestaltung der Plansche.

Der Künstler Baldur Schönfelder entwarf für die ursprüngliche Plansche ein besonderes Spielgerät namens „Mondstation“. Dieses historische Klettergerät ist heute allerdings nicht mehr erhalten. Bei der Neugestaltung griff das Landschaftsarchitekturbüro Levin Monsigny diese Geschichte wieder auf – nur wurde aus dem Mond inzwischen der Mars.
Auf dem neuen Gelände befindet sich eine Marsstation aus glänzendem Edelstahl, die an das frühere Raumfahrt-Spielgerät erinnern soll. Auch die Gestaltung des Bodens greift das Thema auf: Der rote Belag soll an die Oberfläche des Mars erinnern. Damit hat die Plansche einen ziemlich guten visuellen Angle: Ein historischer DDR-Wasserspielplatz mit Raumfahrt-Thema wurde nach mehr als 60 Jahren als moderner „Mars“-Spielplatz neu interpretiert.
Die alte Anlage war stark sanierungsbedürftig und wurde 2019 geschlossen. Im Dezember 2021 begannen schließlich die Bauarbeiten. Nach mehr als drei Jahren Sanierung wurde die neue Plansche am 20. Juni 2024 offiziell eröffnet. Auch finanziell war die Neugestaltung ein größeres Projekt. In der offiziellen Projektübersicht werden 2,025 Millionen Euro Gesamtkosten angegeben. In einem späteren Bericht zur Wiedereröffnung spricht das Bezirksamt von rund 2,5 Millionen Euro für die Neugestaltung des gesamten Areals. Die Finanzierung erfolgte mit Bundes- und Landesmitteln aus der Städtebauförderung.