Den Sommer am Wasser zu verbringen, ist wohl eine der besten Ideen, die man haben kann. Zum Glück gibt es rund um das Berliner Zentrum zahlreiche Seen, an denen ihr euch auch spontan eine Abkühlung gönnen könnt. Vom Strandbad Plötzensee bis hin zum Müggelsee ist die Auswahl groß. Doch was euch am Müggelsee erwartet, wissen längst nicht alle: ein Fischerdorf mit jahrhundertealter Tradition. Die Müggelsee-Fischerei Thamm befindet sich in der Dorfstraße 13 in Berlin-Rahnsdorf, direkt am Wasser mitten im historischen Fischerdorf.

Bei der Müggelsee-Fischerei Thamm handelt es sich nicht einfach um einen touristischen Fischimbiss, sondern um einen aktiven, familiengeführten Fischereibetrieb. Hier werden Fische aus dem Müggelsee und den umliegenden Berliner Gewässern gefangen, verarbeitet und verkauft. Besonders macht den Ort auch seine Lage. Der Hof befindet sich an der Müggelspree unweit des Müggelsees und ist von Wasser, Fischerbooten und den Anlagen des Betriebs geprägt. Dadurch entsteht eine Atmosphäre, die eher an ein kleines Fischerdorf als an die Großstadt Berlin erinnert.
Besonders außergewöhnlich ist die lange Geschichte des Ortes. Das alte Fischereigut stammt aus dem Jahr 1535 und blickt damit auf eine fast 500-jährige Vergangenheit zurück. Die Familie Thamm bewirtschaftete das historische Gut zunächst und kaufte und sanierte es schließlich im Jahr 2001. Auch Andreas Thamm selbst blickt auf jahrzehntelange Erfahrung zurück. Er arbeitet bereits seit seinem 15. Lebensjahr als Fischer. Seine Arbeit führt ihn regelmäßig auf den Müggelsee, wo Reusen und Netze kontrolliert werden. Der Fang wird anschließend verarbeitet und direkt verkauft.

Inzwischen spielt auch Maria Thamm eine wichtige Rolle im Familienbetrieb. Sie ist ausgebildete Fischwirtin und arbeitet gemeinsam mit ihrem Vater. 2025 wurde sie vom Tagesspiegel sogar als Berlins einzige Fischerin bezeichnet. Perspektivisch soll der Familienbetrieb von Andreas Thamm auf seine Tochter übergehen. Der Arbeitstag kann dabei schon gegen 5 Uhr morgens beginnen. Abhängig von Jahreszeit, Wetter und dem Verhalten der Fische werden Netze und Reusen an unterschiedlichen Stellen und in verschiedenen Tiefen gesetzt. Damit wird hier ein traditionelles Handwerk weitergeführt, das in einer Großstadt wie Berlin inzwischen eine echte Besonderheit ist.
Am Wochenende verwandelt sich die Müggelsee-Fischerei Thamm gleichzeitig in ein kleines Ausflugsziel. Angeboten werden unter anderem frisch geräucherte Fische und Fischbrötchen, wobei das konkrete Angebot variieren kann. Besonders schön ist die Lage direkt am Wasser. Zwischen Fischerbooten und den Anlagen des Betriebs könnt ihr euch ein Fischbrötchen holen und anschließend den Blick auf die Müggelspree genießen. Obwohl ihr euch noch innerhalb Berlins befindet, fühlt sich der Besuch dadurch ein wenig wie ein Ausflug in ein kleines Fischerdorf an.
Bei den Öffnungszeiten gibt es unterschiedliche Angaben. Auf einem aktuellen Aushang werden der 1. Mai bis 3. Oktober sowie samstags, sonntags und feiertags von 10 bis 18 Uhr genannt. Das Berliner Fischereiamt führt die Müggelsee-Fischerei dagegen für Mai bis September, samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte die aktuellen Öffnungszeiten deshalb vor dem Besuch noch einmal prüfen.