Es ist die Saison, in der auch der Filmabend nach draußen verlegt wird. Zum Glück gibt es in Berlin zahlreiche schöne Open-Air-Kinos, die genau dieses Erlebnis möglich machen. Eines davon befindet sich an einem der wohl geschichtsträchtigsten Orte der Stadt: Vom 3. bis zum 27. August 2026 verwandelt sich der Innenhof der ehemaligen Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg in ein besonderes Freiluftkino. Hier findet für vier Wochen das Campus-Kino statt.

Bereits zum siebten Mal werden hier über vier Wochen hinweg Spiel- und Dokumentarfilme gezeigt, die sich mit der DDR, der Staatssicherheit, Opposition und Widerstand, Flucht sowie der Aufarbeitung der SED-Diktatur beschäftigen. Das Besondere ist dabei nicht nur das Programm, sondern vor allem die Kulisse. Die Filme laufen auf dem Gelände der ehemaligen Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR – also genau an jenem Ort, von dem aus die Stasi einst geleitet wurde. Geschichte wird hier nicht nur auf der Leinwand erzählt, sondern trifft unmittelbar auf ihren Originalschauplatz.
Insgesamt stehen zwölf Filmabende auf dem Programm, die jeweils um 19:30 Uhr beginnen. Nach dem 10. August folgen noch „Als wir träumten“ am 11. August, „Tunnel der Freiheit“ am 13. August, „Zwei Leben“ am 17. August, „Die Akte Lindenberg – Udo und die DDR“ am 18. August, „Stolz und Eigensinn“ am 20. August, „Hunger auf Leben“ am 24. August und „Flüstern und Schreien – Ein Rockreport“ am 25. August. Den Abschluss bildet am 27. August mit „Good Bye, Lenin!“ einer der bekanntesten deutschen Filme über die Zeit rund um den Mauerfall.
Ein besonders geschichtsträchtiger Termin ist der 13. August. An diesem Tag jährt sich der Beginn des Baus der Berliner Mauer zum 65. Mal. Passend dazu wird die Dokumentation „Tunnel der Freiheit“ gezeigt, die sich mit dem berühmten Tunnel 29 beschäftigt, durch den 29 Menschen die Flucht aus der DDR gelang. Am 18. August steht wiederum Udo Lindenberg im Mittelpunkt: Die Dokumentation „Die Akte Lindenberg – Udo und die DDR“ beleuchtet das besondere Verhältnis des Musikers zur DDR und erinnert unter anderem an seinen legendären Auftritt 1983 im Palast der Republik in Ost-Berlin.

Doch das Campus-Kino ist weit mehr als ein klassisches Freiluftkino. Zu Beginn der Abende stellen Organisationen auf dem Campus ihre Arbeit vor, während im Anschluss an die Filme Gespräche mit Filmschaffenden, Fachleuten sowie Zeitzeuginnen und Zeitzeugen stattfinden. Je nach Veranstaltung ergänzen außerdem Führungen und Ausstellungen das Programm. So können Besucher die historischen Ereignisse nicht nur auf der Leinwand verfolgen, sondern sich direkt am authentischen Schauplatz intensiver mit ihnen auseinandersetzen.
Das Beste daran: Der Eintritt zu sämtlichen Filmabenden ist kostenlos und eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Da die vorhandenen Sitzplätze allerdings begrenzt sind und nicht reserviert werden können, lohnt es sich, etwas früher zu kommen. Wer möchte, darf sogar eine eigene Sitzgelegenheit mitbringen.
Zu finden ist das Campus-Kino auf dem Gelände „Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie“ in der Ruschestraße 103 in Berlin-Lichtenberg. Die U-Bahn-Station Magdalenenstraße der U5 liegt nur etwa 300 Meter entfernt, sodass sich das Freiluftkino unkompliziert mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen lässt.