Wer in Berlin eine Neubauwohnung kaufen möchte, muss inzwischen deutlich tiefer in die Tasche greifen als in Paris. Laut dem aktuellen Deloitte Property Index 2026 liegt der durchschnittliche Angebotspreis für Neubauwohnungen in der Hauptstadt bei 7.500 € pro Quadratmeter. In der französischen Metropole sind es dagegen 5.754 € – damit ist Berlin rund 30 Prozent teurer als Paris. Die am Mittwoch veröffentlichte Studie des Beratungsunternehmens vergleicht die Immobilienpreise in 71 Städten aus 25 europäischen Ländern. Im Ranking der teuersten Städte belegt Berlin den siebten Platz.

Was eine Neubauwohnung in Berlin kostet
Aus dem Durchschnittspreis ergibt sich für eine Neubauwohnung mit 70 Quadratmetern ein Kaufpreis von rund 525.000 Euro. Das entspricht etwa 9,8 durchschnittlichen Brutto-Jahresgehältern vor Ort. Zum Vergleich: Dieselbe Wohnung kostet zum Pariser Studienwert 402.780 Euro, also gut 122.000 Euro weniger.
- 50 m²: rund 375.000 Euro
- 70 m²: rund 525.000 Euro
- 100 m²: rund 750.000 Euro
Grunderwerbsteuer, Notarkosten und eventuelle Maklergebühren kommen noch obendrauf. Die Berliner Neubaupreise sind 2025 gegenüber dem Vorjahr um rund 4,2 Prozent gestiegen.

Wie Berlin im Städtevergleich dasteht
Die teuerste Stadt Europas ist laut Studie München: Dort kostet der Quadratmeter im Neubau im Schnitt 11.200 Euro, rund 400 Euro mehr als im Vorjahr. München hat damit Paris überholt, das 2025 noch auf Platz eins lag. Hamburg folgt mit 7.700 Euro. Insgesamt zählen vier deutsche Städte zu den zehn teuersten: München, Hamburg, Frankfurt und Berlin.
Auf dem Mietmarkt sieht das Bild ruhiger aus. Die durchschnittliche Miete in Berlin liegt bei 18,90 Euro pro Quadratmeter und ist nur um 2,7 Prozent gestiegen. Der Kauf wird also schneller teurer als das Mieten.
Was die Zahlen nicht sagen
Der Vergleich hat Grenzen. Die Werte beschreiben durchschnittliche Angebotspreise im Neubau, nicht die Preise, die Käuferinnen und Käufer tatsächlich zahlen, und auch nicht den gesamten Wohnungsbestand. Deloitte kombiniert je nach Markt Angebots- und Verkaufspreise, teils fließen auch Bestandsimmobilien ein. Das schränkt die Vergleichbarkeit ein.
Paris ist deshalb nicht automatisch günstiger: Die Studie konzentriert sich überwiegend auf Neubau, und Bestandswohnungen in historischen Innenstadtlagen können ganz andere Preise erreichen. Auch innerhalb Berlins weichen Lage, Größe und Ausstattung einzelner Wohnungen erheblich vom Durchschnitt ab. Die Rangliste zeigt Preisniveaus, keinen Preisvergleich identischer Wohnungen.
Ob die Berliner Neubaupreise ihren Abstand zu Paris halten, zeigt sich frühestens in der nächsten Ausgabe des Index. Wer gerade eine Wohnung sucht, sollte Angebotspreise stets mit den Nebenkosten und den tatsächlichen Verkaufspreisen im jeweiligen Kiez abgleichen.