Berlin ist eine der kreativsten Städte Europas, wenn nicht gar der Welt. Darein besteht angesichts des reichen kulturellen Angebot in der Hauptstadt kein Zweifel. Zu den ungewöhnlichsten Quartieren Berlins gehört dabei der Holzmarkt 25. Direkt am Spreeufer in Friedrichshain gelegen, ist es ein Gegenmodell zur glatten Glas-und-Beton-Architektur der Umgebung. Im Winter verwandelt sich das Areal in einen der wohl untypischsten und gemütlichsten Weihnachtsmärkte der Stadt, mit Lagerfeuer und Artistik. Aber auch zu jeder anderen Jahreszeit lohnt sich der Besuch.
Von der Bar25 zum Holzmarkt
Allzu lange existiert der Holzmarkt 25 noch nicht. Seine Entstehung ist ein seltener Sieg der Berliner Clubkultur über die Immobilienwirtschaft. Früher befand sich hier der legendäre Techno-Club Bar25, bekannt für seine mehrtägigen Partys und den Spielplatz-Charakter. Als das Gelände für das Investorenprojekt „Mediaspree“ geräumt werden sollte, wehrten sich die Betreiber.
Anstatt aufzugeben, gründeten die Macher:innen eine Genossenschaft. Ihnen gelang es im Jahr 2012, das Grundstück zu kaufen und so der rein kommerziellen Bebauung zu entziehen. Der Nachfolge-Club der Bar25 ist der Kater Blau. Er ist heute fester Bestandteil des Geländes und bietet euch alles, was das Berliner Party-Herz begehrt.
Ein „Urbanes Dorf“ in Berlin

Der heutige Holzmarkt 25 versteht sich nicht als kommerzielles Einkaufszentrum, sondern als genossenschaftlich verwaltetes Quartier. Auf rund 12.000 m² verbindet er Kultur, Handwerk, Gastronomie und Natur. Für jede:n ist etwas dabei: Hier finden sich ein Tonstudio, eine Kita, eine Musikschule, ein Coworking-Space, eine Bäckerei, ein Restaurant und sogar ein Weinladen.
Hier lebt die Berliner Offenheit. Das Gelände ist für jede:n die gesamte Woche lange zugänglich, es gibt keinen Konsumzwang. Irgendetwas hat immer geöffnet. Oder um es mit den Worten der Betreiber:innen selbst zu sagen: „Irgendwer ist immer da und versorgt Euch.“ Gleichzeitig lebt dieser besondere Ort von seiner Wandelbarkeit. Auf dem Holzmarkt ist immer etwas los und immer wieder wird an- und umgebaut – oft mit recycelten Materialien. Denn auch Nachhaltigkeit wird hier groß geschrieben.