Deutscher Design schafft es selten auf den Weltmarkt? Weit gefehlt! Auch wenn Deutschland eher für Technik und Maschinen bekannt ist, hat auch die Kunst einen guten Ruf. Das beweisen die vielen Ausstellungen in Berlin und berühmten Kunstgalerien in der Stadt. Und auch beim Thema Keramik kann Deutschland vorne mithalten. Das geht vor allem auf eine berühmte Designerin zurück: Hewig Bollhagen. Ihre HB-Werkstätten für Keramik in Marwitz bei Berlin sind eine Institution des deutschen Designs.
„Die Kunst der Einfachheit“
Hedwig Bollhagen gilt als eine der bedeutendsten Keramikerinnen des 20. Jahrhunderts. Bis ins hohe Alter von 93 Jahren entwarf sie neue Formen und Dekore, die die gesamte Welt prägten. Ihre Entwürfe finden sich heute nicht nur in deutschen Küchen, sondern auch in Museen wie dem MoMA in New York oder dem Victoria and Albert Museum in London.
Dabei verfolgte sie eine Philosophie, die eng mit dem Bauhaus-Gedanken verwandt war: Ihre Entwürfe sind dank ihrer klaren Formen zeitlos. Gleichzeitig schaffte sie hochwertige, handgemachte Keramik für den Alltag, die dennoch für viele erschwinglich ist. Weltberühmt sind ihre geometrischen Muster und die Ritzdekore in den Farben Blau, Weiß, Gelb und Schwarz.
Keramik bemalen wie die Profis

Gleich bei Berlin, genauer in Marwitz, befinden sie die HB-Werkstätten für Keramik. Auch wenn die Künstlerin bereits seit 2001 verstorben ist, lebt ihr Erbe weiter. Noch heute wird dort von Hand geformt, bemalt und glasiert. Über 60 Arbeitsschritte sind oft für eine einzige Tasse nötig. Auf der Website findet ihr Einblicke in das gesamte Sortiment!
Die gesamte Anlage steht unter Denkmalschutz und ist ein lebendiges Museum der Industriekultur. Hier könnt ihr nicht nur Keramik direkt erwerben, sondern auch in der Produktion den Arbeiter:innen über die Schulter schauen. Die HB-Werkstätten für Keramik bieten verschiedene Führungen und Team-Events an. Kommt zum Keramikbemalen, Abschalten und lernt, wie diese Kunst entstanden ist. In Velten liegt darüber hinaus das Hedwig Bollhagen Museum, das ihre Lebensleistung dokumentiert.