Jetzt, wo es endlich wieder etwas wärmer wird, möchte man auch seinem Vierbeiner gerne wieder einen Tag im Grünen oder – noch besser – am Wasser gönnen. Doch wem die Ostsee mit ihren Hundestränden verständlicherweise zu weit ist, wird auch in Berlin glücklicherweise fündig. Ein grünes Paradies für Hund und Herrchen!
Vom Adel zum Bürgertum

Der Grunewaldsee liegt, wie der Name bereits verraten lässt, am östlichen Zipfel des Waldgebietes Grunewald und hat eine lange und vor allem herrschaftliche Geschichte, vorzuweisen, die eng mit dem preußischen Adel verbunden ist und weniger mit dem Hund. Ursprünglich dienten der See und der umliegende Wald als exklusives Jagdgebiet für die brandenburgischen Kurfürsten und späteren preußischen Könige.
Kurfürst Joachim II. ließ bereits 1542 direkt am Ufer des Grunewaldsees das Jagdschloss ‚Zum Grünen Walde‘ errichten. Der See war dabei Teil der repräsentativen Kulisse und lieferte Frischfisch für die höfische Tafel. Darüber hinaus ist das Jagdschloss Grunewald das älteste noch erhaltene Schloss in Berlin!
Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als Berlin rasant wuchs, wandelte sich der Nutzen. Der Adel zog sich zurück und der See wurde zu einem beliebten Naherholungsgebiet für die Berliner Bevölkerung. Bevor der See vom Hund ‚übernommen‘ wurde, gab es um 1900 sogar ein öffentliches Freibad. Heute ist das Baden für Menschen im See aufgrund von Naturschutzgründen und der starken Nutzung durch Hunde offiziell nicht mehr gestattet.
Als man auf den Hund kam

Der Grunewaldsee wurde bereits 1971 offiziell zum Hundeauslaufgebiet erklärt und ist heute das größte und beliebteste Revier Berlins. Das absolute Highlight für Vierbeiner ist der weitläufige Hundestrand am Nordufer: Hier dürfen die Hunde ganzjährig ohne Leine im Wasser toben, nach Herzenslust baden und soziale Kontakte knüpfen. Während die Tiere das kühle Nass genießen, bietet die Kulisse rund um das historische Jagdschloss ein einzigartiges Panorama.
Doch auch für den Menschen bietet das Areal erstklassige Erholung. Wer nach einer ausgiebigen Wanderung durch die märkischen Kiefernwälder einkehren möchte, findet im geschichtsträchtigen Wirtshaus Paulsborn direkt am Seeufer den perfekten Ort dafür. Auf der großzügigen Terrasse lässt es sich herrlich entspannen, während man den Blick über das Wasser schweifen lässt. Zwar gibt es aufgrund der hohen Besucherfrequenz gelegentlich Diskussionen um den Naturschutz und die Abnutzung der Ufervegetation, doch für Berliner Hundefreunde und Naturliebhaber bleibt der Grunewaldsee ein unverzichtbares Freizeitparadies mit Charme mitten im Wald.
Ein kleiner Tipp: Da das Gebiet sehr beliebt ist, empfiehlt sich unter der Woche ein Besuch, wenn du es etwas ruhiger magst. Am Wochenende ist die „Hundedichte“ legendär!
Viel Spaß beim Stöckchenwerfen!