Der Frühling in Berlin ist da und ihr sucht nach der perfekten Unternehmung, um die schönste Zeit in der Stadt zu genießen? Nicht umsonst wird Berlin auch Kulturhauptstadt genannt. Neben Cafes, Clubs und Konzerten liegen auch einige UNESCO-Welterbestätten direkt um die Ecke. Wer also Lust auf etwas Architektur hat, die mit den Berliner Plattenbauten bricht, ist beispielsweise in der Gartenstadt Falkenberg genau richtig. Mitten im Bezirk Treptow-Köpenick liegt dieses kunterbunte Welterbe. Entstanden zwischen 1913 und 1916 nach Entwürfen des Visionärs Bruno Taut, ist sie heute als Teil der „Siedlungen der Berliner Moderne“.
Ein begehbares Gemälde in der Stadt

Das 75 Hektar große Gelände sticht heute vor allem durch seine Farben hervor. Daher wird sie auch „Tuschkastensiedlung“. Während man zur Zeit ihrer Entstehung Architektur vor allem in Grau- und Beigetönen dachte, setzte Bruno Taut auf kräftiges Preußischblau, Weinrot und Ockergelb, um den Bewohner:innen ein Gefühl von Individualität, Stolz und Lebensfreude zu vermitteln.
So durften sich die 7000 Einwohnenden damals über etwas Farbe in ihrem Alltag freuen. Und ihr könnt sie heute bei einem Spaziergang entdecken. Hier sieht man, wie Taut das Konzept der englischen Gartenstadt interpretierte: Jedes Haus hat einen eigenen Garten zur Selbstversorgung, und die Fassaden sind so gestaltet, dass Licht, Luft und Sonne in jede Wohnung dringen. Die Anlage wirkt fast wie ein begehbares Gemälde, bei dem die Farben der Häuser je nach Sonnenstand ihre Wirkung verändern.
Die unvollendete Siedlung am Hang

Ganz fertig wurde dieses Projekt allerdings nie. In der ersten Bauphase wurden 34 Wohnungen um den Akazienhof fertiggestellt, kurz danach kamen 93 Wohnungen am Gartenstadtweg hinzu. Wirtschaftliche Probleme und der Erste Weltkrieg stoppten den Bau.
Übrigens sind nicht nur die bunten Farben sehenswert: Auch die Anordnung von Straßen und Plätzen spricht für sich. Die Siedlung wurde an einen Hang gebaut – den Falkenberg. Für Berliner Verhältnisse wirkt es damit fast schon „gebirgig“ und ermöglichte Taut, mit verschiedenen Ebenen und Sichtachsen zu spielen. Ein Haus steht beispielsweise verschoben zur Straße. Für Besucher:innen ist die Gartenstadt Falkenberg ein Ort der absoluten Ruhe, der zeigt, dass Weltkulturerbe nicht immer ein monumentaler Dom sein muss, sondern auch ein buntes, menschenfreundliches Wohnviertel sein kann.