Während wir in der Hauptstadt lange die Kälte ertragen mussten, scheint es endlich Zeit für höhere Temperaturen und mehr Sonne zu sein. Das bedeutet auch: schöne Ausflüge außerhalb der Stadt, die uns den Alltag völlig vergessen lassen. In Brandenburg gibt es für jeden Geschmack das passende Ziel – vom ältesten Industriestandort über eines der wildesten Naturgebiete des Bundeslandes bis hin zum einzigen unberührten Buchenwald der Region. Für Naturenthusiasten darf dabei ein Ort keinesfalls fehlen: Fürstenberg/Havel, rund 75 Kilometer nördlich von Berlin. Die Stadt gilt als Eingang zur Mecklenburgischen Seenplatte und trägt offiziell den Beinamen „Wasserstadt“.

Fürstenberg/Havel ist vor allem für seine außergewöhnliche Lage bekannt. Die Stadt liegt zwischen mehreren Seen, darunter Baalensee, Röblinsee und Schwedtsee, während die Havel in mehreren Armen durch das Stadtgebiet fließt. Der historische Stadtkern entstand auf einer Insel zwischen diesen Gewässern – daher auch der offizielle Beiname „Wasserstadt“. Fürstenberg liegt im Neustrelitzer Kleinseenland, einer Landschaft, die von Seen, Wäldern und Kanälen geprägt ist. Zu den wichtigsten Gewässern der Umgebung zählen neben dem Baalensee, Röblinsee und Schwedtsee auch der Stolpsee, der Thymensee und der Große Wentowsee. Die Region gehört zu den wasserreichsten Landschaften Norddeutschlands und ist Teil der Oberen Havel-Wasserstraße, die Berlin mit der Mecklenburgischen Seenplatte verbindet. Dadurch ist die Gegend besonders beliebt für Kanu- und Bootstouren, Segeln, Angeln sowie Rad- und Wandertourismus.

Durch ihre Lage zwischen Brandenburg, Mecklenburg und Pommern war Fürstenberg lange eine Grenz- und Handelsstadt. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1287 unter dem Namen „Vorstenberg“. 1701 wurde Fürstenberg Teil des Herzogtums Mecklenburg-Strelitz. Aus dieser Zeit stammen auch bedeutende Bauwerke der Stadt, darunter Schloss Fürstenberg (1741–1752), ein barocker Bau, der als Witwensitz einer Herzogin errichtet wurde. Ein dunkles Kapitel der Stadtgeschichte ist das Konzentrationslager Ravensbrück, das ab 1939 in der Nähe von Fürstenberg errichtet wurde. Heute befindet sich dort eine Mahn- und Gedenkstätte.