Langsam, aber sicher, wird es immer wärmer in Berlin und der Frühling hält Einzug. Nicht nur die Hauptstadt selbst erwacht, auch die Wiesen und Wälder in der Umgebung. Das macht gerade diese Zeit perfekt für einige Tagesausflüge. Der Findlingsgarten Seddiner See ist ein außergewöhnlicher Ort, der euch die Naturkräfte der letzten Eiszeit auf ästhetische Weise sichtbar macht. Dieser Garten gleicht einem geologischen Freilichtmuseum, in dem hunderte riesige Steine – sogenannte Findlinge – wie stumme Zeugen einer längst vergangenen Epoche arrangiert sind. Das Areal bietet euch die Möglichkeit, die Erdgeschichte Brandenburgs buchstäblich zu berühren.
Zurück in die Eiszeit

Die Geschichte des Findlingsgarten Seddiner See ist eng mit der geologischen Entstehung Norddeutschlands verknüpft. Vor etwa 20.000 Jahren schoben riesige Gletschermassen aus Skandinavien nicht nur Sand und Kies vor sich her, sondern transportierten auch Gesteinsbrocken über hunderte Kilometer nach Süden. Als das Eis schmolz, blieben diese „Fremdlinge“ in der märkischen Erde zurück.
Der heutige Findlingsgarten wurde angelegt, um diese oft bei Bauarbeiten oder in Kiesgruben der Region entdeckten Steine zu sichern. Jedes Exponat erzählt eine eigene Geschichte über seine Herkunft von vor über Jahrmillionen. Die gesamte Anlage ist eine 25.000 m² große Freiland-Ausstellung. Im Jahr 2006 wurde die Ausstellung durch Skulpturen zeitgenössischer Künstler:innen ergänzt
Wissenschaft zum Anfassen

Vor Ort erlebt ihr eine Mischung aus Lehrpfad und Entspannungsort. Auf dem weitläufigen Gelände führen verschlungene Pfade vorbei an Steinen unterschiedlicher Farben, Formen und Größen, die oft mit Informationstafeln zu Alter und Gesteinsart versehen sind. Die jahrtausendealten Oberflächen solltet ihr einmal berühren, wenn ihr dort seid. Durch den Transport im Eis sind sie oft glatt geschliffen.
Der Garten ist in eine parkähnliche Anlage eingebettet, die zum Verweilen und Picknicken einlädt. Und da der Große Seddiner See nur einen kurzen Spaziergang entfernt ist, lässt sich die Besichtigung ideal mit einer Wanderung am Seeufer verbinden. Und sobald es etwas wärmer ist, könnt ihr hier auch direkt den ersten Sprung ins kühle Nass wagen!