Berlin bekommt ein Stück seiner Vergangenheit zurück: Nicht nur die historische „Mokke“ feiert ihr Comeback, auch ein traditionsreicher Name kehrt ins Stadtbild zurück. Was 1950 auf einem Wochenmarkt in Schmargendorf seinen Anfang nahm, entwickelte sich über Jahrzehnte zu einer festen Größe der Berliner Feinkostkultur. Nun besinnt sich das Unternehmen auf seine Wurzeln: Nach 20 Jahren wird aus „Lindner“ wieder „Butter Lindner“ – und damit kehrt ein vertrauter Name in rund 40 Berliner Filialen zurück.

Die Geschichte von Butter Lindner begann im Oktober 1950 auf einem kleinen Wochenmarkt am Kolberger Platz in Berlin-Schmargendorf. Dort verkaufte Robert Lindner zunächst Fassbutter, die frisch portioniert und mit Holzkellen geformt wurde. Schon bald erweiterte er sein Sortiment um Milch, Eier, Käse und weitere Lebensmittel. Aus dem bescheidenen Marktstand entwickelte sich über die folgenden Jahrzehnte eine der bekanntesten Feinkostketten Berlins.
1964 eröffnete das erste feste Feinkostgeschäft in Spandau. Gleichzeitig entwickelte das Unternehmen sein charakteristisches Krustenbrot, das bis heute zu den bekanntesten Produkten gehört. Bis 1980 war Butter Lindner bereits auf 25 Geschäfte angewachsen. Neun Jahre später übernahm Michael Lindner das Unternehmen von seinem Vater und baute es weiter aus. Aus dem ursprünglichen Butterhändler wurde zunehmend eine Feinkostmarke mit eigener Herstellung und einem vielfältigen Sortiment.
Mitte der 2000er-Jahre entschied sich das Unternehmen schließlich für eine Namensänderung. Mit der Expansion nach Hamburg und dem stetig wachsenden Angebot erschien die Bezeichnung „Butter Lindner“ nicht mehr zeitgemäß. 2006 wurde der Name deshalb auf „Lindner“ verkürzt. Neben Butter und Milchprodukten boten die Geschäfte längst auch Feinkostsalate, warme Gerichte, Brot, Kuchen und Patisserie an.

Doch rund 20 Jahre später folgt eine überraschende Kehrtwende. Im Oktober 2026 kündigte das Unternehmen an, wieder zu seinem ursprünglichen Namen Butter Lindner zurückzukehren. Der Grund dafür liegt vor allem bei den Kunden, denn viele Berliner hatten die Geschäfte ohnehin nie anders genannt. Selbst Menschen, die erst später in die Hauptstadt gezogen waren, kannten die Marke weiterhin unter ihrem alten Namen.
Auch das Logo wird entsprechend angepasst. Die charakteristischen Farben Blau und Gold bleiben erhalten, während der Schriftzug wieder um das Wort „Butter“ ergänzt wird. Die Umstellung von Schildern und Verpackungen erfolgt schrittweise. Heute zählt das Unternehmen rund 45 Standorte in Berlin, Hamburg und Potsdam, davon knapp 40 in der Hauptstadt. Das Sortiment umfasst mittlerweile etwa 3.000 Produkte. Was 1950 mit einem kleinen Butterstand in Schmargendorf begann, ist heute eine feste Größe der Berliner Feinkostlandschaft – und trägt nach zwei Jahrzehnten wieder seinen ursprünglichen Namen.