Kennt ihr schon alle Geschichten aus dem Kalten Krieg? In und um Berlin gibt es mehr als genug historische Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Aber eins der bestgehüteten Geheimnisse ist der Bunker Harnekop. Offiziell Hauptführungsstelle des Ministeriums für Nationale Verteidigung der DDR liegt versteckt in einem Waldstück östlich von Berlin. Falls ihr ihn noch nicht kennt, lohnt sich ein Tagesausflug gerade jetzt im Frühling wie kaum zu einem anderen Zeitpunkt. Mit dem Auto seid ihr in einer Stunde dort – der Bunker liegt im namensgebenden Dorf Harnekop in Prötzel.
Ein Bunker gegen den Atomkrieg
Der Bunker Harnekop war im Ernstfall dafür vorgesehen, der militärischen Führung der DDR Schutz vor einem Atomkrieg zu bieten. Das Bauwerk ist heute ein nationales Baudenkmal und gilt als der am besten erhaltene Bunker seiner Art in Europa.
Die Geschichte dieses massiven Betonbaus reicht in die 1970er Jahre zurück, als die DDR unter strengster Geheimhaltung ein Kommunikations- und Kommandozentrum errichtete, das selbst direkten Treffern taktischer Kernwaffen standhalten sollte. Das Bauwerk besteht aus drei unterirdischen Etagen.
Eintauchen in vergangene Zeiten

Bis zum Mauerfall wusste kaum jemand aus der zivilen Bevölkerung von der Existenz dieser Anlage. Dabei gehörte der Bunker mit über 7500 m² Fläche zu den größten Bunkern auf dem Gebiet der ehemaligen DDR. Auf einer Fläche von 63 x 40 Metern war er für bis zu 450 Personen ausgelegt, um mehrere Wochen lang völlig autark zu überleben.
Besucher können heute in eine Welt eintauchen, die wirkt, als wäre die Zeit im Jahr 1989 stehen geblieben. Bei geführten Touren wandert ihr durch abriegelbare Schleusen in das Innere, wo die originale Technik noch vollständig vorhanden ist. Die bedrückende Atmosphäre der engen Gänge und die Vorstellung, dass von hier aus im Ernstfall ein dritter Weltkrieg mitkoordiniert worden wäre, machen den Bunker Harnekop zu einem mahnenden und gleichzeitig faszinierenden Ort der Zeitgeschichte.