Wenn ihr abends durch Berlin lauft und das Gefühl habt, dass die Stadt unter dem warmen Frühlingshimmel plötzlich noch atmosphärischer wirkt, könnte das bald einen ganz besonderen Grund haben. Bereits in wenigen Tagen erscheint mit dem sogenannten „Blue Moon“ eines der seltensten Himmelsspektakel des Jahres über der Hauptstadt. Trotz seines Namens wird der Mond dabei zwar nicht wirklich blau leuchten, dafür bringt das astronomische Ereignis gleich mehrere Besonderheiten mit sich. Am 31. Mai leuchtet der zweite Vollmond innerhalb eines Kalendermonats über Deutschland — ein seltenes Kalenderphänomen, das nur etwa alle zwei bis drei Jahre vorkommt.

Der kommende Blue Moon gilt gleichzeitig als kleinster Vollmond des gesamten Jahres und befindet sich dabei rund 405.000 Kilometer von der Erde entfernt. Der Grund dafür liegt in der Umlaufbahn des Mondes. Da der Mond die Erde nicht in einem perfekten Kreis umkreist, sondern auf einer leicht elliptischen Bahn, verändert sich seine Entfernung ständig. Während sogenannte Supermonde besonders nah an der Erde erscheinen, passiert beim kommenden Blue Moon genau das Gegenteil: Der Mond erreicht fast seine größte Entfernung zur Erde und wirkt dadurch etwas kleiner und weniger hell als gewöhnliche Vollmonde. Astronomisch spricht man deshalb auch von einem „Micromoon“.
Trotzdem wird der Unterschied mit bloßem Auge kaum sichtbar sein. Der Mond wirkt lediglich etwas kompakter und subtiler als bei einem Supermond. Gerade kurz nach Mondaufgang kann das Ereignis aber trotzdem spektakulär aussehen. Durch die tiefstehende Position am Horizont erscheint der Vollmond oft orange-golden und besonders atmosphärisch. Vor allem über Berliner Kulissen wie dem Fernsehturm, Tempelhofer Feld oder der Oberbaumbrücke könnte der seltene Vollmond eindrucksvoll wirken.

Der Begriff „Blue Moon“ sorgt immer wieder für Verwirrung, denn tatsächlich erscheint der Mond dabei nicht blau. Gemeint ist vielmehr der zweite Vollmond innerhalb eines einzigen Kalendermonats. Weil der Mondzyklus etwa 29,5 Tage dauert, kommt dieses Phänomen nur selten vor. Genau daraus entstand auch die bekannte englische Redewendung: „Once in a blue moon“ — also etwas, das nur sehr selten passiert.
Interessant ist außerdem, dass der Blue Moon 2026 direkt auf einen bereits sehr mondreichen Monat folgt. Schon am 1. Mai erschien ein Vollmond, wodurch der zweite Vollmond am 31. Mai automatisch zum Blue Moon wird. Zusätzlich stehen Ende Mai häufig auch helle Planeten wie Venus oder Jupiter sichtbar am Abendhimmel, was die Stimmung noch spektakulärer machen könnte.