Rund um Berlin gibt es genug zu entdecken: Brandenburg ist reicht bestückt mit wunderschönen Seen und geheimnisvollen Schlössern und Burgen. Aber warum nicht einmal einen Städtetrip mit der kurzen Flucht aus Berlin verbinden? Magdeburg, die „Ottostadt“, ist eines der unterschätztesten Ziele für einen Tagesausflug von Berlin. Sie ist nicht nur die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt, sondern blickt auf eine über 1200-jährige Geschichte als Kaiserresidenz und Hansestadt zurück. Dort könnt ihr viel mehr erleben, als es auf den ersten Blick scheint.
Und von Berlin aus ist es nicht so weit, wie man vielleicht denkt. In weniger als zwei Stunden bringt euch der Regionalexpress dort hin. Auch der FlixBus startet am Berliner Hauptbahnhof und fährt euch in die Landeshauptstadt – oft etwas günstiger.
Eine tausendjährige Geschichte

Magdeburg wurde im 10. Jahrhundert durch Kaiser Otto den Großen zur kaiserlichen Residenz und zu einem bedeutenden religiösen Zentrum ausgebaut. Im Mittelalter entwickelte sich die Stadt zu einer wohlhabenden Hansestadt, die durch das einflussreiche „Magdeburger Recht“ europaweite Bedeutung erlangte.
Aber Magdeburg blickt auch auf dunkle Kapitel zurück. Im Dreißigjährigen Krieg 1631 wurde die Stadt fast vollständig zerstört. Zynisch wird das Jahr als „Magdeburger Hochzeit“ beschrieben. Denn der Kaiser weigerte sich, die Stadt freiwillig aufzugeben – als wäre es seine Braut. Das wurde ihm allerdings zum Verhängnis: die Stadt brannte fast vollständig nieder, etwa 20.000 Menschen starben.
Und auch der Zweite Weltkrieg sorgte dafür, dass sich das Stadtbild nachhaltig prägte. Am Ende des Krieges wurde Magdeburg fast vollständig vernichtet. Etwa 60 Prozent der Gebäude waren Schutt und Asche. Heute ist die Stadt aufgrund dieser Geschichte ein Mix aus wenigen alten Monumenten und viel sozialistischer Architektur.
Das solltet ihr in Magdeburg nicht verpassen

Der Magdeburger Dom ist das Wahrzeichen der Stadt und die erste gotisch konzipierte Kathedrale auf deutschem Boden. Seit 1209 steht er in der Stadt. Hier liegt Kaiser Otto der Große begraben. Und der Aufstieg auf den Nordturm bietet einen weiten Blick bis zum Harz. Am Alten Markt steht das Rathaus und die vergoldete Kopie des ersten freistehenden Reiterstandbilds nördlich der Alpen.
Sehenswert ist auch die Grüne Zitadelle: Sie ist eines der letzten Architekturprojekte von Friedensreich Hundertwasser. In dem pinken Gebäude mit goldenen Kugeln und tanzenden Fenstern findet ihr heute Cafés, Läden und ein Hotel. Verpasst darüber hinaus nicht den Elbauenpark: Die „grüne Lunge“ Madgeburgs ist eines der beliebtesten Ausflugsziele in Sachsen-Anhalt. Dort steht der 60 Meter hohe hölzerne Jahrtausendturm, der eine interaktive Ausstellung zur Technik- und Menschheitsgeschichte beherbergt.
Übrigens: Die Stadt vermarktet sich als „Ottostadt“ aus einem bestimmten Grund: Sie würdigt damit Kaiser Otto dem Großen und dem Physiker Otto von Guericke, der auch 30 Jahre lang Bürgermeister Magdeburgs war. Um diese beiden „Ottos“ kommt ihr in Magdeburg nicht herum.