Manchmal sucht ihr nach Orten nahe der Stadt, die sich perfekt für einen Ausflug eignen und direkt ein völlig anderes Flair mitbringen? Ihr wollt raus aus der Großstadtbubble und für einen Tag in eine andere Welt eintauchen? Dann könnt ihr das zwischen malerischen Hansestädten, dem größten englischen Landschaftspark Zentraleuropas oder der „Stadt aus Eisen“ definitiv erleben – je nachdem, wonach euch gerade ist. Wenn ihr allerdings eher rohe Natur, Wasserlandschaften und versteckte Küstenorte sucht, haben wir heute etwas Besonderes für euch. Direkt am Stettiner Haff liegt mit Altwarp ein kleines Fischerdorf, das für seine ungewöhnliche Mischung aus Naturstrand, Lagunenlandschaft, Binnendünen und mediterran angehauchter Atmosphäre bekannt ist.

Besonders spektakulär sind dabei die sogenannten Altwarper Binnendünen — eine der außergewöhnlichsten Naturlandschaften Norddeutschlands. Die Dünen entstanden bereits vor rund 10.000 Jahren nach der letzten Eiszeit. Damals formten starke Winde aus trockenen Sandablagerungen meterhohe Dünenlandschaften mitten im Binnenland. Genau deshalb gelten die Altwarper Dünen als so besonders: Anders als klassische Küstendünen liegen sie nicht direkt am offenen Meer, sondern im Landesinneren am Stettiner Haff.
Teilweise erreichen die Sandhügel Höhen von bis zu 15 Metern und ziehen sich über mehrere Kilometer durch die Landschaft. Zwischen Kiefern, Heideflächen und sandigen Wegen fühlt sich die Gegend stellenweise eher wie eine Mischung aus skandinavischer Küstenlandschaft und mediterraner Lagune an als wie Norddeutschland.
Das ruhige Wasser des Haffs schimmert im Sommer oft türkis-grün, während helle Sandflächen und trockene Heidevegetation fast schon südliche Vibes erzeugen. Gleichzeitig wirkt der Ort extrem entschleunigt: kleine Bootshäfen, alte Fischerhäuser, leere Naturstrände und kaum Massentourismus sorgen dafür, dass Altwarp bis heute wie ein versteckter Geheimtipp wirkt.

Das Gebiet rund um die Binnendünen gehört außerdem zu einem geschützten Naturraum und bietet Lebensraum für zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten. Besonders beliebt ist die Gegend deshalb auch bei Wanderern, Vogelbeobachtern und Radfahrern. Wer möchte, kann entlang der Dünen spazieren, am Naturstrand baden oder den Blick über das Stettiner Haff bis nach Polen schweifen lassen. Durch die direkte Grenzlage entsteht zusätzlich eine ganz eigene Atmosphäre, die man so kaum ein zweites Mal in Deutschland findet.