Wenn Berlins moderne Food-Hubs und urbane Eventlocations manchmal etwas zu viel werden, könnt ihr ganz in der Nähe der Hauptstadt wieder jede Menge Geschichte, beeindruckende Architektur und Natur genießen. Ob bei einem Ausflug in eine malerische Hansestadt zwischen zwei Flüssen oder bei einem Besuch einer über 1.000 Jahre alten Burg mitten im UNESCO-Biosphärenreservat – wohin es geht, bleibt ganz eurem Geschmack überlassen. Damit ihr noch mehr Auswahl für euren nächsten Daytrip habt, möchten wir euch heute eine der ungewöhnlichsten Schlossanlagen Brandenburgs vorstellen: Schloss Doberlug.

Schloss Doberlug gehört zu den ungewöhnlichsten Schlossanlagen Brandenburgs, weil es eigentlich viel stärker an die sächsische Renaissance erinnert als an die typische märkische Architektur der Region.
Die Anlage liegt im Süden Brandenburgs in der Kleinstadt Doberlug-Kirchhain und entstand ursprünglich aus einem Zisterzienserkloster aus dem 12. Jahrhundert. Später wurde das Kloster unter den sächsischen Kurfürsten in ein repräsentatives Renaissanceschloss umgebaut. Der heutige vierflügelige Schlosskomplex wurde im 17. Jahrhundert vollendet und zählt zu den bedeutendsten Renaissanceanlagen Brandenburgs. Besonders auffällig ist die streng symmetrische Architektur mit ihren hellen Fassaden, den Giebeln und dem typisch sächsischen Schlosscharakter, den man in Brandenburg eher selten findet.
Rund um das Schloss verläuft ein trockener Wassergraben, der der Anlage bis heute etwas Abgeschiedenes und fast Geheimnisvolles verleiht. Anders als viele überlaufene Schlösser wirkt Schloss Doberlug oft erstaunlich ruhig und beinahe versteckt.

Historisch war der Ort eng mit Sachsen verbunden. Nach der Reformation wurde das ehemalige Kloster säkularisiert und diente später als Residenz der Herzöge von Sachsen-Merseburg. Dadurch erklärt sich auch, warum das Schloss architektonisch eher an mitteldeutsche Renaissancepaläste erinnert als an preußische Anlagen rund um Berlin oder Potsdam.
Heute beherbergt das Schloss mehrere Ausstellungen und kulturelle Einrichtungen. Besonders bekannt ist das Museum zur brandenburgisch-sächsischen Geschichte sowie wechselnde Kunst- und Kulturprogramme. Die Mischung aus Klosteranlage, Renaissancearchitektur und relativ unbekannter Lage macht den Ort deutlich atmosphärischer als viele klassische Touristen-Hotspots.