In der City lunchen? Bei der riesigen Auswahl in Berlin ist das grundsätzlich kein Problem. Allerdings können die Preise schnell mal über das hinausgehen, was wir für ein Mittagessen ausgeben wollen. Satt machen und richtig gut schmecken soll es schließlich trotzdem. Zum Glück gibt es genügend Orte, an denen ihr euren Geldbeutel nicht leeren müsst, um mit vollem Magen wieder aus dem Restaurant zu spazieren. Während ihr diesen Monat die Food-Kampagne im größten Buchladen Berlins nicht verpassen solltet, geht es diesmal um einen ganz anderen Ort – und der verbindet günstiges Essen sogar mit einem sozialen Projekt. Die Alte Mensa befindet sich in der Atzpodienstraße 45/46 in Berlin-Lichtenberg, nur rund zwei Minuten vom U-Bahnhof Magdalenenstraße entfernt.

Das Gebäude wurde 1893/94 als Gemeindeschule errichtet und steht heute unter Denkmalschutz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es unter anderem von verschiedenen Verwaltungsstellen genutzt, bevor die Kiezküchen dort im Jahr 2006 ihr Gastronomie- und Bildungszentrum eröffneten. Heute kann jede ganz normal zum Mittagessen in die Alte Mensa kommen. Gleichzeitig ist der Standort jedoch weit mehr als ein gewöhnliches Restaurant, denn er dient auch als Ausbildungsrestaurant und Bildungszentrum.
Genau darin liegt das Besondere am Konzept der Alten Mensa. Die Kiezküchen bilden nach eigenen Angaben seit mehr als 30 Jahren junge Menschen und Erwachsene in ihren Restaurants und Kantinen aus und unterstützen sie dabei, berufliche Perspektiven zu entwickeln. In der Alten Mensa finden unter anderem Ausbildungen und Qualifizierungen in den Bereichen Küche, Gastronomie und Hauswirtschaft statt. Angeboten werden beispielsweise Ausbildungen als Fachpraktiker Küche, im Gastgewerbe oder in der Hauswirtschaft. Einige dieser Programme führen zu einem IHK-Berufsabschluss. Zusätzlich werden die Teilnehmenden durch Bewerbungstrainings und sozialpädagogische Beratung begleitet und beim anschließenden Übergang ins Berufsleben unterstützt.
Daneben gibt es kürzere Qualifizierungsangebote. Dazu gehört beispielsweise die viermonatige Grundlagenqualifizierung „Fit für die Küche“. Dabei sammeln die Teilnehmenden an vier Tagen pro Woche praktische Erfahrungen in Ausbildungsrestaurants und werden anschließend dabei unterstützt, eine Beschäftigung oder Umschulung zu finden. Ein neuer Durchgang des Programms startete am 31. August 2026.

In der Alten Mensa dreht sich gastronomisch vor allem alles um den Mittagstisch. Angeboten wird eine kleine Auswahl täglich wechselnder Gerichte, zu der auch vegetarische Optionen gehören. Die Küche arbeitet nach eigenen Angaben überwiegend mit regionalen und saisonalen Lebensmitteln. Wer nicht vor Ort essen möchte, kann die Gerichte auch zum Mitnehmen bestellen.
Stand September 2026 kostet das Tagesgericht 7,90 Euro, während für ein Hauptgericht 9,50 Euro verlangt werden. Einen Salat bekommt ihr für 7,50 Euro und ein Dessert für 3,50 Euro. Da sich die Speisekarte regelmäßig ändert, können sich auch die angebotenen Gerichte und Preise verändern. Besonders schön wird die Alte Mensa in den wärmeren Monaten. Hinter dem historischen Schulgebäude befindet sich ein grüner Garten beziehungsweise ehemaliger Schulhofbereich, in dem ihr bei gutem Wetter draußen sitzen und euren Lunch im Grünen genießen könnt.
Damit vereint der Ort gleich mehrere Besonderheiten. Ihr esst in einem historischen ehemaligen Schulgebäude, bekommt einen vergleichsweise günstigen Mittagstisch, könnt anschließend im grünen Außenbereich sitzen und besucht gleichzeitig einen Ort, an dem Menschen ausgebildet und auf ihren Einstieg ins Berufsleben vorbereitet werden.