Er hat Kindern ein Land versprochen, das nach Bananen riecht – und es so schön gemalt, dass viele es bis heute suchen. Nun ist Janosch, der Vater von Tiger, Bär und Tigerente, tot. Wie sein Verleger Bernhard Feil der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, starb der Schriftsteller und Illustrator am im Alter von 95 Jahren auf Teneriffa.
Janosch ist gestorben: Ein Leben von Oberschlesien bis auf die Kanaren

Geboren wurde Janosch 1931 als Horst Eckert im oberschlesischen Zabrze, heute Polen. Seine Kindheit war hart, überschattet von den Alkoholexzessen des Vaters. Seine Geschichten hingegen erzählen von Freundschaft, von Fernweh und davon, dass das Glück oft näher liegt, als man denkt. Janosch gab den Kindern, was er selbst vermisst hatte.
Panama, Tiger und eine Ente auf Rädern
Mit „Oh, wie schön ist Panama“ schuf er 1978 einen Klassiker, der in kaum einem Kinderzimmer fehlte – Generationen von Kita-Kindern, Schulanfängern und vorlesenden Eltern sind mit dem kleinen Bären und dem kleinen Tiger aufgewachsen.
Die Tigerente wurde zur Marke, zum Ziehspielzeug, zum Gesicht einer ganzen Kindheit. Mehr als 300 Titel umfasst sein Werk, übersetzt in rund 40 Sprachen. Dass ausgerechnet Figuren, die im Grunde nur nach Hause wollen, so viele Menschen berührt haben, sagt viel über die Kunst ihres Erfinders.
Janoschs Rückzug

Dem Rummel um seine Person entzog sich Janosch konsequent. Schon 1980 zog er nach Teneriffa, wo er zuletzt mit seiner Frau Ines zurückgezogen lebte; nach Deutschland kam er nur noch selten. Er galt als scheu und wollte seine Ruhe. Über seine Stiftung Fundación Canarina engagierte er sich für Natur- und Tierschutz. Gezeichnet hat er dennoch weiter, in späteren Jahren auch Landschaften und Blumensträuße.
Was uns von Janosch bleibt
Wer durch Buchläden, Bibliotheken und Kinderzimmer geht, trifft ihn (und vor allem seine gelbe Ente mit schwarzen Streifen) überall: auf zerlesenen Seiten, auf Federmäppchen, auf Kinderrucksäcken… Janosch hinterlässt ein Werk, das uns für immer bleibt.
Zum Abschied lohnt es sich, die Bücher aus dem Regal zu holen und einer neuen Generation vorzulesen. Und wenn wir uns alle ein bisschen mehr nach Janosch richten, merken wir vielleicht, dass Panama dort liegt, wo man gemeinsam ankommt.