Kaum ein internationaler Musiker ist so eng mit Berlin verbunden wie David Bowie. Als er 1976 nach West-Berlin zog, suchte er einen Neuanfang und fand in der Hauptstadt eine kreative Freiheit, die seine Karriere nachhaltig prägen sollte. Auch Jahrzehnte später bleibt sein Vermächtnis lebendig: Am 14. Februar 2027 soll das immersive Konzerterlebnis „David Bowie: Stage“ in Berlin Weltpremiere feiern. Ein guter Anlass, um auf seine legendären Berliner Jahre und den Ort zurückzublicken, an dem ein Stück Musikgeschichte geschrieben wurde.

David Bowie war damals gerade einmal 29 Jahre alt, international berühmt und auf der Suche nach einem Neuanfang. Nach Jahren des exzessiven Drogenkonsums in Los Angeles wollte er seinem bisherigen Leben entfliehen und wieder zu sich selbst finden. Seine Wahl fiel auf West-Berlin, eine Stadt, die damals noch von der Berliner Mauer umschlossen war und mit ihrer alternativen Kunst- und Musikszene einen besonderen Reiz ausübte.
Gemeinsam mit seinem Freund und Musikerkollegen Iggy Pop verbrachte Bowie hier eine seiner kreativsten Lebensphasen. Ausgerechnet die Wohnung in der Hauptstraße 155, die äußerlich kaum auf ihren berühmten Bewohner schließen ließ, sollte zu einer der bekanntesten Adressen seiner Berliner Geschichte werden.
Heute, 50 Jahre nach seinem Einzug, ist das Gebäude noch immer erhalten. Die einstige Privatadresse hat sich zu einem Erinnerungsort entwickelt, den Bowie-Fans aus aller Welt aufsuchen. Doch während das Haus mittlerweile als Pilgerstätte für Musikliebhaber gilt, wird die ehemalige Wohnung weiterhin privat genutzt.

Obwohl David Bowie damals bereits zu den erfolgreichsten Musikern seiner Generation gehörte, entschied er sich in Berlin nicht für eine luxuriöse Villa oder ein exklusives Penthouse. Stattdessen bezog er eine Wohnung im ersten Stock eines gewöhnlichen Altbaus in Schöneberg. Die Wohnung war mit rund 240 Quadratmetern und sieben Zimmern zwar ausgesprochen großzügig, ihre Einrichtung fiel für einen international gefeierten Rockstar jedoch überraschend schlicht aus. Die Räume verfügten über etwa 3,50 Meter hohe Decken mit Stuckverzierungen und waren über einen langen Flur miteinander verbunden. Statt kostbarer Möbel und aufwendiger Dekorationen soll Bowie unter anderem auf Matratzen geschlafen haben, die direkt auf dem Boden lagen. Ein Zimmer nutzte er zum Malen, während ein anderer Raum mit einer Stereoanlage ausgestattet war und seiner musikalischen Leidenschaft diente.
Fast fünf Jahrzehnte nach Bowies Auszug hat sich das Gebäude in der Hauptstraße 155 äußerlich vergleichsweise wenig verändert. Der Altbau steht noch immer in Schöneberg und wird weiterhin überwiegend als Wohnhaus genutzt. Ein David-Bowie-Museum ist aus der Immobilie nicht geworden, und auch die ehemalige Wohnung des Musikers kann nicht öffentlich besichtigt werden.