Wer in Berlin eine Wohnung heizt, zahlt dafür deutlich mehr als im Februar: Der Gaspreis für Berliner Haushalte ist zwischen Februar und September 2026 um rund 22 Prozent gestiegen. Das zeigt ein Energiepreisindex für europäische Hauptstädte. Heizöl und Kraftstoffe haben noch stärker zugelegt. Auch bundesweit steigen die Preise. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) lag die Inflationsrate in Deutschland im September bei 3,3 Prozent. Das ist der höchste Wert seit Dezember 2023. Die Zahlen hat Destatis am 13. Oktober veröffentlicht.

Heizöl und Kraftstoffe ziehen am stärksten an
Energieprodukte kosteten im September im Schnitt 14,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Besonders deutlich fällt der Anstieg bei Heizöl aus, das sich um 74,9 Prozent verteuert hat. Kraftstoffe kosteten 37,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.
Wer mit Öl heizt oder in Berlin täglich mit dem Auto unterwegs ist, spürt das also schon jetzt an der Zapfsäule oder bei der nächsten Bestellung. Bei Gas und Fernwärme sieht die Lage anders aus: Dort kommt die Mehrbelastung oft erst später an.
Strom: Deutschland an der Spitze der G20
Auch beim Strom zahlen Haushalte in Deutschland viel. Laut einer Analyse von Verivox lag der durchschnittliche Strompreis für Privathaushalte im zweiten Quartal 2026 bei 35,6 Cent pro Kilowattstunde. Von 144 untersuchten Ländern und Gebieten hat nur eine Handvoll höhere Preise: Deutschland liegt auf Rang vier. Unter den G20-Staaten ist der Preis der höchste. Der G20-Durchschnitt liegt bei rund 16,3 Cent, also bei weniger als der Hälfte.

Was das für einen Berliner Haushalt bedeutet
Der Bericht rechnet das an einer Berliner Familie mit mittlerem Einkommen durch. Sie gibt rund 3.500 Euro im Jahr für Strom, Heizung und Warmwasser aus, das sind knapp 300 Euro im Monat. Steigen die Preise weiter, wächst dieser Posten im Haushaltsbudget spürbar.
Dazu kommt ein Zeitproblem: Heizkosten werden meist erst nach dem Verbrauch abgerechnet. Die höheren Preise dieses Herbstes zeigen sich deshalb oft erst in der Jahresabrechnung, vielleicht als Nachzahlung. Wer sein Budget plant, sollte diese Kosten schon jetzt einrechnen.