In der Nacht von Samstag auf Sonntag, dem 25. Oktober 2026, werden die Uhren in Deutschland wieder umgestellt: Um 3 Uhr springen sie auf 2 Uhr zurück, die Normalzeit kehrt zurück und alle gewinnen eine Stunde Schlaf. Doch woher stammt die Zeitumstellung eigentlich?
Ursprung und Geschichte der Zeitumstellung

Die erste Zeitumstellung in Deutschland gab es am 30. April 1916, mitten im Ersten Weltkrieg. Das Kaiserreich wollte Energie sparen, weil Kohle knapp war, und das Tageslicht länger nutzen. Österreich-Ungarn und weitere Staaten folgten. Nach dem Krieg wurde die Sommerzeit wieder abgeschafft, im Zweiten Weltkrieg jedoch erneut eingeführt. Danach gab es jahrzehntelang keine Umstellung. Erst die Ölkrise der 1970er-Jahre brachte sie zurück: Frankreich führte sie 1976 ein, die Bundesrepublik und die DDR folgten 1980. Seit 1996 gilt in der gesamten Europäischen Union ein einheitlicher Termin, nämlich der letzte Sonntag im März und im Oktober. Das sollte den grenzüberschreitenden Handel und Verkehr erleichtern.
Kritik und offene Zukunft

Warum wird weiterhin umgestellt? Der erhoffte Energiespareffekt nach der Zeitumstellung ließ sich nie eindeutig belegen, dennoch scheitert die Abschaffung an der Uneinigkeit der Mitgliedstaaten. Das Europäische Parlament stimmte 2019 für ein Ende der Umstellung ab 2021, doch der Rat der Mitgliedstaaten konnte sich bis heute nicht auf eine gemeinsame Linie einigen. Zudem fürchten viele Länder einen Flickenteppich verschiedener Zeitzonen, der Handel und Verkehr erschweren würde.
Die Kritik ist deutlich: Mediziner warnen vor Schlafstörungen, Müdigkeit und Konzentrationsproblemen, besonders im Frühjahr, wenn eine Stunde verloren geht. Mehrere Studien deuten auf mehr Verkehrsunfälle und Herz-Kreislauf-Beschwerden in den Tagen nach der Umstellung hin. Auch viele Landwirte, Eltern kleiner Kinder und Pendler beklagen die Belastung. Hinzu kommt, dass die Umstellung kaum Vorteile bringt, die ihre Nachteile aufwiegen würden. Umstritten bleibt zudem, ob dauerhafte Sommerzeit oder dauerhafte Normalzeit besser wäre: Schlafforscher bevorzugen meist die Normalzeit, weil sie dem natürlichen Biorhythmus näher kommt. Bis dahin heißt es also weiterhin: zweimal im Jahr an den Uhren drehen.