Noch dürfen wir uns über lauwarme Herbsttage mit vielen Aktivitäten freuen. Die Blätter leuchten, Hexen und Gespenster ziehen verkleidet durch Kreuzberg und Prenzlauer Berg. Dabei lauert ein Schreckgespenst am anderen Ende der Jahreszeit: Berlin könnte ein grauer Winter ohne Schnee bevorstehen.
Winterwetter in Berlin — Die Modelle sehen Rot oder besser gesagt: Grau

Das amerikanische Langfristmodell CFS der NOAA rechnet für den kommenden Winter in Deutschland mit deutlich zu warmen Temperaturen. Auch das Europäische Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen (ECMWF) sieht für Dezember bis Februar einen überdurchschnittlich milden Winter, mit häufiger Regen als Schnee.
Hinzu kommt ein weiteres Gruselthema: Das US-Modell deutet Sturm, Orkan und volllaufende Flüsse statt Schnee und Eis an. Für die Hauptstadt hieße das vor allem graue, nasse Tage mit dem berüchtigten Berliner Schmuddelwetter. (Dafür schneit es hier täglich!)
Als möglichen Treiber nennen Experten das Klimaphänomen El Niño. Es soll sich bis Ende 2026 aufbauen, weshalb die Modelle von einem nassen Winter ausgehen. Ob es tatsächlich das europäische Wetter beeinflusst, ist allerdings umstritten.
Und was prophezeit der 100-jährige Kalender?

Ganz anders klingt die Volksweisheit. Der 100-jährige Kalender verspricht einen besonders kalten Januar 2027 und für Mitte Februar erneut Schnee und große Kälte. Weiße Weihnachten dagegen fallen eher ins Wasser: Für die Feiertage erwartet er überwiegend Regen. Wissenschaftlich belastbar ist der Kalender freilich nicht.
Wie sicher ist das alles?
Es gibt immer noch Grund zur Hoffnung. Langfristprognosen sind Wahrscheinlichkeiten, keine Versprechen. Es gab genug Jahre, in denen alle Modelle einen Mildwinter versprachen und am Ende halb Deutschland im Schnee versank. Dass der Trend zu milden Wintern geht, zeigt immerhin der Rückblick: Der Winter 2025/26 war laut Deutschem Wetterdienst milder, trockener und sonniger als im Klimamittel.
Was heißt das für Berlin?
Der meteorologische Winter beginnt am 1. Dezember 2026. Wer vorsorgen will, sollte neben Mütze und Handschuhen vor allem einen stabilen Regenschirm und wasserfeste Schuhe besitzen.
Rodelberg am Teufelsberg bleiben in diesem Jahr wohl aus. Dafür lohnen sich Museen, Weihnachtsmärkte und lustige Weinverkostungen als tolle Schlechtwetteralternative.
Hinweis: Alle Angaben (Stand 22.10.2026) sind unverbindlich. Aktuelle Warnungen gibt es beim Deutschen Wetterdienst.