Bücher schleppen, Brotdose mitnehmen, an die Fahrkarte denken und bloß den Schülerausweis nicht vergessen: Für Kids kann es schnell ganz schön viel werden, was jeden Tag mit in den Schulranzen muss. Auf einiges lässt sich natürlich nicht verzichten, für anderes hingegen werden neue Lösungen gesucht – und gefunden. Denn während sich unsere Stadt nicht nur in Sachen Kunst und Gastroszene immer wieder Neues einfallen lässt, wird auch im Schulalltag optimiert. Neu ist jetzt, dass der Schülerausweis und die bisher separate FahrCard zu einer einzigen Karte zusammengelegt werden.

Schülerausweis & FahrCard vereint
Bislang benötigen anspruchsberechtigte Berliner Schüler für die kostenlose Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs zwei getrennte Karten: den Berliner Schülerausweis und die separate FahrCard mit dem kostenlosen Schülerticket Berlin AB. Genau das soll sich nun ändern. Künftig soll der Schülerausweis gleichzeitig als ÖPNV-Ticket dienen. Schüler können damit Bus, Tram, U- und S-Bahn nutzen und mit derselben Karte ihren Schülerstatus nachweisen. Das integrierte Ticket gilt weiterhin im Tarifbereich Berlin AB. Der kostenlose ÖPNV für Schüler ist also nicht neu – neu ist, dass die zusätzliche FahrCard wegfallen und mit dem Schülerausweis zu einer einzigen Karte zusammengeführt werden soll.
Das Projekt wurde am 9. September 2026 offiziell vorgestellt und läuft zunächst als Pilotprojekt an zehn Berliner Schulen mit bis zu 7.000 Schülerinnen und Schülern. Anschließend soll der neue Ausweis auf ganz Berlin ausgeweitet werden. Die Senatsverwaltung plant die Einführung an allen öffentlichen Schulen im Laufe des zweiten Schulhalbjahres 2026/27, während die BVG von einem berlinweiten Rollout im Jahr 2027 spricht. Rund 400.000 Berliner Schüler sollen ab März den neuen Ausweis erhalten.
Weniger Bürokratie
Für Schüler und Eltern soll die Umstellung vor allem weniger Bürokratie bedeuten. Bislang muss das kostenlose Schülerticket separat bei der BVG beantragt werden. Dieser zusätzliche Antrag soll künftig entfallen. Stattdessen werden bereits vorhandene Schülerdaten genutzt, die Ausweise zentral produziert und anschließend von der BVG an die Schulen geliefert. Auch die Schulen sollen dadurch entlastet werden, da die Sekretariate die Schülerausweise nicht mehr jedes Jahr selbst ausstellen beziehungsweise verlängern müssen.
Gleichzeitig soll das neue System deutlich weniger Plastik verbrauchen. Verkehrssenatorin Ute Bonde spricht von Hunderttausenden Plastikkarten, die dadurch eingespart werden könnten. Laut Tagesspiegel könnten allein durch den Wegfall der separaten ÖPNV-Karten rund 400.000 Plastikkarten pro Jahr entfallen. Zusätzlich sollen die neuen Schülerausweise teilweise mehrere Jahre gültig sein. Für die Jahrgangsstufen 1 bis 4, 5 bis 6 und 7 bis 10 ist jeweils eine mehrjährige Gültigkeit vorgesehen, während der Ausweis in der Oberstufe weiterhin ein Jahr gültig bleiben soll.

Digitaler Schülerausweis per App in Planung
Neben der physischen Karte ist außerdem ein freiwilliger digitaler Schülerausweis per App geplant. Dieser soll im Zuge der berlinweiten Einführung ebenfalls im Laufe des zweiten Schulhalbjahres 2026/27 verfügbar werden. Der klassische Schülerausweis wird dadurch also nicht abgeschafft, sondern um eine digitale Variante ergänzt. Perspektivisch könnten noch weitere Funktionen integriert werden, darunter die Bibliotheksberechtigung, Mensa-Funktionen oder Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket. Technisch soll zudem die Grundlage für die Einbindung eines Deutschlandtickets geschaffen worden sein. Dabei handelt es sich allerdings um mögliche spätere Erweiterungen und nicht um bereits beschlossene Funktionen.
Das bestehende Schülerticket bleibt weiterhin kostenlos und gilt im gesamten Tarifbereich Berlin AB. Schüler können damit Busse, Straßenbahnen, U- und S-Bahnen sowie entsprechende Fähren nutzen. Außerdem dürfen mit dem Ticket ein Fahrrad, ein Hund oder ein Kind unter sechs Jahren kostenlos mitgenommen werden. Die Kosten des Schülertickets trägt weiterhin das Land Berlin.