
Der Name „Wustrau“ geht auf slawische Wurzeln zurück und ist bereits seit dem Mittelalter überliefert. Literarische Bedeutung erhielt der Ort durch den bekannten Schriftsteller Theodor Fontane, der 1862 sein Werk „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ mit einem Kapitel über Wustrau begann – ein Hinweis darauf, wie typisch der Ort für die märkische Landschaft und Geschichte seiner Zeit war.
Auch eine berühmte Persönlichkeit wurde in Wustrau geboren: der preußische Husarengeneral Hans Joachim von Zieten (1699–1786), einer der bedeutendsten Kavallerie-Kommandeure unter Friedrich dem Großen. Seine Lebensgeschichte und militärischen Leistungen prägen das historische Erbe des Ortes und sein Grab befindet sich an der Dorfkirche von Wustrau. Das Zietenschloss Wustrau, einst Wohnsitz von Hans Joachim von Zieten, ist heute Sitz der Deutschen Richterakademie und Veranstaltungsort des jährlichen Seefestivals Wustrau. Führungen durch das Schloss sind meist mittwochs möglich, außerhalb der Schulferien.
Das Brandenburg-Preußen Museum Wustrau erzählt auf rund 350 m² die Geschichte Brandenburgs und Preußens von 1415 bis 1918, mit über 500 Exponaten, Gemälden und historischen Objekten. Es liegt im historischen Dorfkern neben der Kirche und zeigt zudem wechselnde Sonderausstellungen.

Die spätgotische Dorfkirche Wustrau stammt vermutlich aus dem 13. Jahrhundert und wurde im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut, wobei barocke und neoromanische Elemente hinzugefügt wurden. Im Inneren sind mittelalterliche Kunstwerke zu bewundern, darunter ein Flügelaltar aus dem 16. Jahrhundert. Auf dem Friedhof befinden sich Grabstellen der Familie von Zieten, und eine Bronzestatue des General Zieten steht als Replik vor dem Brandenburg-Preußen Museum, als Erinnerung an seine Bedeutung für die preußische Geschichte.
Wustrau eignet sich hervorragend für Aktivitäten in der Natur, wie Wandern auf den Wegen durch das Rhinluch, Radtouren, Bootsfahrten auf dem See oder entspannte Tage am Wasser. Auch ein historischer Hafen mit Bootsanlegern gehört zur lokalen Infrastruktur und lädt zum Verweilen ein.