Wo, wenn nicht in der Nummer-1-Hauptstadt für Live-Musik, sollte Techno in einer U-Bahn-Station Einzug halten? Berlin gilt längst als Paradies für Musikfans – insbesondere für Technoliebhaber aus aller Welt. Legendäre Nachtclubs wie das Berghain oder das KitKat stehen für exzessive Nächte, von denen viele träumen, auch wenn der Einlass dort bekanntermaßen härter ist als anderswo. Einige der aktuell einflussreichsten DJs der Welt kommen aus Berlin und verbreiten ihre Tracks und Remixe auf internationalen Bühnen. Berlin ist schlichtweg die Verkörperung von Musik – und die gehört nicht nur in schwer zugängliche Indoor-Locations. Neben hochkarätigen Festivals und spontanen DJ-Sets in Berliner Parks kommt nun womöglich etwas ganz Neues hinzu.
Die BVG (Berliner Verkehrsbetriebe) plant ein spannendes Projekt, das am verkehrsreichen Knotenpunkt Bahnhof Kottbusser Tor („Kotti“) starten soll, wie der Tagesspiegel berichtet. Im Rahmen dieses Projekts sollen Techno-DJs in Berliner U-Bahn-Stationen auftreten. Der lebendige und einzigartige Vibe der Berliner Musikszene soll so auch in die Stationen einziehen. Doch nicht nur Techno, sondern auch andere Kunstformen sollen in Betracht gezogen werden. So könnten Jazz-Künstler:innen an die Bahnsteige der Linien U1 und U3 geschickt werden, während DJs aus der Techno- und Elektroszene die U8-Plattform zum Beben bringen sollen. So ausgefallen es auch klingt, der erste Zugrave in Deutschland wäre es nicht!
Neben Techno- und Jazzsounds sollen an der U8 künftig auch Kunstausstellungen Einzug halten. All das ist Teil eines umfassenderen BVG-Projekts zur Aufwertung der Bahnhöfe. Die Testphase, die von Februar 2024 bis März 2025 lief, ist bereits abgeschlossen. Ziel des Projekts ist es, die Sauberkeit zu verbessern, die Sichtbarkeit in den Stationen zu erhöhen und mehr Sicherheit für Fahrgäste und Personal zu schaffen.
Die Meinungen dazu fallen sehr unterschiedlich aus. Es gibt durchaus Kritik: „…Alles Geld sollte zuerst in die Kernaufgabe investiert werden – Menschen so schnell und unmittelbar wie möglich von A nach B zu bringen“, äußerte sich ein Reddit-User. Andere bemängeln fehlende Gleise oder unzureichende Busverbindungen und fordern, diese Prioritäten zuerst anzugehen.
Neben der Skepsis gibt es aber auch viel Begeisterung – insbesondere von Technofans, die das Projekt als kreative Aufwertung des öffentlichen Raums feiern. Wann und ob das Ganze offiziell umgesetzt wird, bleibt spannend. Wir halten euch auf dem Laufenden, sobald es neue Informationen gibt!