Während die Spritpreise in Deutschland noch vor Kurzem an einem Wochenende drastisch stiegen und E10 sogar ein neues Allzeithoch erreichte, gibt es nun etwas Entlastung für Autofahrerinnen und Autofahrer. Seit dem 1. Oktober zahlen sie für drei Monate weniger Energiesteuer auf Kraftstoff. Bundestag und Bundesrat haben beschlossen, den Tankrabatt neu aufzulegen.

Die Regelung läuft für insgesamt drei Monate und endet am 31. Dezember 2026. Konkret wird die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14,04 Cent pro Liter gesenkt. Da auf diesen Steueranteil zusätzlich Mehrwertsteuer erhoben wird, fällt auch diese entsprechend geringer aus. Für Verbraucher ergibt sich dadurch rechnerisch eine Entlastung von insgesamt rund 16,7 Cent beziehungsweise knapp 17 Cent pro Liter.
Wer beispielsweise 50 Liter tankt, könnte bei vollständiger Weitergabe der Steuersenkung theoretisch rund 8,35 Euro pro Tankfüllung sparen. Einen speziellen Rabatt müssen Autofahrer dafür nicht beantragen oder an der Kasse einlösen. Der Begriff „Tankrabatt“ bezeichnet lediglich die vorübergehende Senkung der Steuer, die sich über niedrigere Preise an den Tankstellen bemerkbar machen soll.
Hintergrund der Maßnahme sind die hohen Kraftstoffpreise im Jahr 2026. Laut ADAC war der September sogar der bislang teuerste Tankmonat des Jahres. Super E10 kostete bundesweit im Monatsdurchschnitt 2,266 Euro pro Liter. Es handelt sich zudem nicht um den ersten Tankrabatt in diesem Jahr. Bereits im Mai und Juni 2026 wurde die Energiesteuer vorübergehend um denselben Betrag gesenkt. Mit der neuen Regelung wird diese Entlastung nun für die letzten drei Monate des Jahres wiederholt.

Für Berliner Autofahrer soll die Maßnahme vor allem niedrigere Preise an der Zapfsäule bringen. Für das Land Berlin bedeutet sie dagegen geringere Steuereinnahmen. Die Berliner Senatsverwaltung für Finanzen geht davon aus, dass Berlin durch die dreimonatige Steuersenkung rund 60 Millionen Euro weniger einnimmt. Das ifo Institut kommt in einer eigenen Schätzung sogar auf mehr als 90 Millionen Euro. Bundesweit soll die Maßnahme rund 2,5 Milliarden Euro kosten. Etwa die Hälfte dieser Belastung entfällt auf die Bundesländer.
Genau diese Frage ist wenige Tage nach dem Start besonders interessant. Zwar sanken die Kraftstoffpreise zum 1. Oktober zunächst deutlich, inzwischen wurde ein Teil der Entlastung laut ADAC jedoch bereits wieder durch steigende Preise aufgezehrt. Am 29. September, unmittelbar vor Einführung des Tankrabatts, kostete Super E10 im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,258 Euro pro Liter, während für Diesel 2,409 Euro pro Liter fällig wurden. Am 4. Oktober lag der Durchschnittspreis für Super E10 bei 2,137 Euro und für Diesel bei 2,253 Euro pro Liter. Damit war E10 gegenüber dem Niveau kurz vor Einführung des Tankrabatts rund 12,1 Cent günstiger, Diesel rund 15,6 Cent.
Allerdings lässt sich diese Differenz nicht vollständig dem Tankrabatt zuschreiben. Auch Faktoren wie Rohölpreise, Wechselkurse und der Wettbewerb zwischen den Tankstellen beeinflussen die Kraftstoffpreise. Hinzu kommt, dass die Preise wenige Tage nach Einführung der Entlastung bereits wieder anzogen. Zwischen dem 1. und 4. Oktober verteuerte sich E10 laut ADAC um 2,3 Cent pro Liter, Diesel um 0,9 Cent. Der Automobilclub fordert deshalb, dass die steuerliche Entlastung vollständig an die Verbraucher weitergegeben wird.