90 Minuten von Berlin liegt einer der dunkelsten Orte Deutschlands: Im ersten Sternenpark des Landes könnt ihr auf ca. 1.347,5 km² die Milchstraße so klar sehen wie sonst nur im Hochgebirge
Ein einzigartiger Ort in der Berliner Umgebung, bekannt für seinen natürlich dunklen Nachthimmel, der Sternengucker:innen, Fotograf:innen und Naturfreund:innen spektakuläre Himmelserlebnisse bietet.
In den Sternenhimmel zu blicken, wenn gerade ein besonderer Mond oder eine seltene Planetenkonstellation ansteht, ist in Berlin gar nicht so einfach. Zum einen ist die Luft in der Großstadt nicht immer klar, zum anderen versperren hohe Gebäude oft die freie Sicht. Orte wie das Tempelhofer Feld, der Treptower Park oder der Müggelsee sind zwar gute Optionen für die Himmelsbeobachtung. Doch wer einen wirklich glasklaren Blick genießen will, braucht vor allem eines: mehr Dunkelheit. Und die findet ihr unweit von Berlin an einem der besten Orte Deutschlands dafür – im Sternenpark Westhavelland in Brandenburg. Mit seinem natürlich dunklen Nachthimmel gilt er als einer der dunkelsten Orte des Landes.
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Der Sternenpark Westhavelland bezeichnet den Teil des Naturparks Westhavelland, der aufgrund seiner außergewöhnlich geringen Lichtverschmutzung offiziell als Sternenpark anerkannt wurde. Im Februar 2014 wurde er von der International Dark-Sky Association (IDA) als erster Sternenpark Deutschlands ausgezeichnet. Das bedeutet: Die Region ist so dunkel, dass der Nachthimmel mit bloßem Auge in beeindruckender Klarheit sichtbar ist – selbst die Milchstraße zeichnet sich deutlich ab.
Die gesamte Fläche des Naturparks umfasst etwa 1.315 bis 1.380 Quadratkilometer. Der Sternenpark erstreckt sich über große Teile dieses Gebiets, das von weiten Feuchtlandschaften, Havelauen, Wiesen und Wäldern geprägt ist. Gerade deshalb wird er von Astronomie-Fans, Hobbyastronomen und Nachthimmel-Fotograf:innen geschätzt: Die Lichtverschmutzung ist extrem gering – es gibt hier mehr natürliche Dunkelheit als in den meisten anderen Regionen Deutschlands. Bei guten Bedingungen könnt ihr den geschwungenen Bogen der Milchstraße über euch sehen. Mit etwas Glück ist sogar Airglow sichtbar – das natürliche Leuchten hoher Atmosphärenschichten.
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Zudem gibt es mehrere offizielle Beobachtungsplätze, an denen sich Sterne, Planeten und Deep-Sky-Objekte besonders gut mit Teleskop oder Fernglas beobachten lassen. Dazu zählen abgelegene Felder ganz ohne Infrastruktur, ideal für maximale Dunkelheit, ebenso wie Orte mit etwas Ausstattung, etwa der Sportplatz in Gülpe oder der Bereich am Kleßener See. Diese Spots sind besonders bei Sternengucker:innen und Astro-Fotograf:innen beliebt.
Kleiner Tipp: Für die beste Sicht auf Sterne und Milchstraße solltet ihr eine mondlose Nacht wählen – besonders rund um den Neumond sind die Bedingungen am idealsten.