In der Nähe Berlins liegen die Alpen – und damit meinen wir nicht die Berge an der Grenze zu Österreich. Die „Steinitzer Alpen“ im Süden Brandenburgs sind ebenfalls einen Besuch wert und bei einem Tagesausflug deutlich schneller erreichbar. Von hier aus habt ihr im sonst so flachen Umland sogar einen echten Aussichtsturm! Die Steinitzer Treppe am Rande des Dorfes Steinitz symbolisiert dabei den Wandel einer ganzen Region.
Durch Braunkohle zum Aussichtspunkt
Die Geschichte dieses Ortes ist mit der Lausitzer Braunkohle verwoben. Denn wo heute der Aussichtsturm steht, befand sich ursprünglich flaches Land, das durch die Abraumhalden des Tagebaus zu einer Hügelkette aufgeschüttet wurde. Nachdem die Bagger verschwanden, entstand hier eine völlig neue Landschaft.
Die Steinitzer Treppe wurde 2012 auf der höchsten Erhebung der sogenannten „Steinitzer Alpen“ eingeweiht. So sollte den Menschen der Region und Besucher:innen die Möglichkeit gegeben werden, die Dimensionen des Bergbaus und gleichzeitig die Ästhetik der neu entstehenden Naturräume zu begreifen. Auch architektonisch kann sich dieser Stahlbau sehen lassen.
101 Stufen in die Höhe

Als Aussichtspunkt thront die die Steinitzer Treppe 171 Meter über dem Grund. Wenn ihr die 101 Stufen erklimmt, könnt ihr einen Blick in den Randbereich des aktiven Tagebaus Welzow-Süd werfen. Und wo sich auf der einen Seite diese „Mondlandschaft“ mit Förderbrücken und riesigen Stahlmaschinen erstreckt, erwartet euch auf der gegenüberliegenden Seite das komplette Gegenteil.
Hier blickt ihr auf Wälder und junge Weinberge, die bereits erfolgreich rekultiviert wurden. Bei klarer Sicht reicht das Panorama sogar bis zum Riesengebirge oder zur Kuppel des 56 Kilometer entfernten Tropical Islands.
Von April bis Oktober könnt ihr die 360-Grad-Aussichtsplattform besuchen. Per Schrägaufzug können auch mobilitätseingeschränkte Besuchende und Rollstuhlfahrende die Aussicht entdecken. Das Panorama hat auch einen Preis: Der Eintritt zur Steinitzer Treppe kostet 2 Euro.