Mitten im Berliner Ortsteil Tegel verbirgt sich ein faszinierendes Stück preußischer Geschichte. Das Schloss Tegel, weithin auch als Humboldt-Schloss bekannt, ist ein herausragendes Baudenkmal und diente als Kinderheim der weltberühmten Brüder Wilhelm und Alexander von Humboldt.
Wer tief in die Welt der Berliner Entdecker und Denker eintauchen möchte, findet hier einen der authentischsten Orte preußischer Geistesgeschichte. Das umgebaute Renaissanceschloss zieht heute Geschichtsinteressierte und Architekturliebhaber in den idyllischen Schlosspark nahe dem Tegeler See.
Wenn ihr Lust auf mehr märchenhafte Schlösser und vergessen-mystische Welten habt, dann schaut doch mal bei dieser Veranstaltung vorbei!
Architektur und Geschichte des Schlosses Tegel: Ein Meisterwerk von Schinkel

Mitte des 16. Jahrhunderts als herrschaftliches Herrenhaus im Renaissancestil errichtet, erfuhr das Schloss Tegel seine bedeutendste Wandlung im frühen 19. Jahrhundert. Im Auftrag von Wilhelm von Humboldt gestaltete Baumeister Karl Friedrich Schinkel das Gebäude zwischen 1820 und 1824 im klassizistischen Stil um.
Schinkel verlieh dem Anwesen seine markante, von antiken Vorbildern inspirierte Fassade und die vier charakteristischen Ecktürme, die das Erscheinungsbild bis heute prägen und das Schloss zu einem architektonischen Juwel im Norden Berlins machen.
Die Heimat der Gebrüder Humboldt

Das Schloss Tegel ist untrennbar mit dem Leben der Familie Humboldt verbunden. Alexander, der weltberühmte Naturforscher, und Wilhelm, der Gelehrte, Diplomat und Bildungsreformer, verbrachten hier ihre prägenden Kindheitsjahre. (Und benannten den ältesten Baum Berlins!)
Obwohl sie das ländliche Anwesen in jungen Jahren oftmals liebevoll bis spöttisch als „Schloss Langeweile“ bezeichneten, blieb es doch lebenslanger ein Ankerpunkt.
Heute beherbergt das privat geführte Anwesen ein Museum, das im Rahmen von Führungen antike Skulpturen, historische Möbel und private Erinnerungsstücke der Humboldts präsentiert.
Der idyllische Schlosspark und die Familiengruft

Umgeben ist das herrschaftliche Gebäude von einem weitläufigen Schlosspark, der bis an den Tegeler See mit seinen tollen Inseln heranreicht.
Ein besonderer Ort der Stille im Park ist die von Schinkel entworfene Familiengruft. Hier ruhen Wilhelm und seine Ehefrau Caroline, als auch Alexander von Humboldt. Die naturnahe Anlage lädt zu ausgedehnten, besinnlichen Spaziergängen ein und verbindet Naturromantik mit Berliner Stadtgeschichte.
Anfahrt:
- Mit dem Auto: Über die Autobahn A111 (Abfahrt Holzhauser Straße oder Waidmannsluster Damm) Richtung Tegel fahren. In den umliegenden Straßen, wie der Adelheidallee, gibt es begrenzte Parkmöglichkeiten.
- Mit den Öffis: Mit der U-Bahn-Linie U6 bis zur Endstation „Alt-Tegel“. Von dort sind es ca. 10 Gehminuten durch die Greenwichpromenade am Wasser entlang bis zum Schlosspark. Alternativ kann man die S25 bis zum S-Bahnhof Tegel nutzen.
📍 Adelheidallee 19, 13507 Berlin
📆 Geöffnet von Mai bis September, ausschließlich montags. Führungen finden um 10, 11, 15 und 16 Uhr statt. Der Park ist i.d.R. ganzjährig tagsüber begehbar
⏳ ca. 45 bis 60 Minuten (Führung)
💵 Erwachsene 12 €, ermäßigt 10 €