
Das Schloss Ribbeck wurde 1735 von Hans Georg von Ribbeck erbaut. Theodor Fontanes Ballade erschien erstmals 1889 im Sammelband „Balladen“ und erlangte bereits Ende des 19. Jahrhunderts große Bekanntheit – insbesondere im Schulunterricht. Anfang des 20. Jahrhunderts war das Gedicht fest im deutschen Bildungskanon verankert.
Erst durch Fontanes Werk wurde der Ort literarisch berühmt und der historische Birnbaum entwickelte sich im Laufe des 20. Jahrhunderts zu einem symbolischen Wahrzeichen. Nach der Wende positionierte sich Ribbeck zunehmend als Literatur- und Ausflugsort. In diesem Zuge entstand in den 2000er-Jahren auch die exklusive Dauerausstellung zu Theodor Fontane.
Dass Birnen bis heute eine so besondere Rolle an der Schlossanlage spielen, ist ebenfalls dem Gedicht zu verdanken: In „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ verschenkt der alte Herr von Ribbeck Birnen an die Kinder des Dorfes. Er denkt sogar über seinen Tod hinaus und lässt sich eine Birne mit ins Grab legen, aus der ein neuer Baum wächst. Genau dieser Birnbaum – der Birnbaum von Ribbeck – bildet heute das Herzstück der Anlage. Kaum ein Baum in Deutschland hat eine größere literarische Bedeutung.

Das Schloss präsentiert sich in neugotischem Stil mit englischen Einflüssen: rote Backsteine, Türmchen, Spitzbögen und ein weitläufiger Landschaftspark verleihen ihm eine märchenhafte Anmutung. Kein protziges Prunkschloss, sondern ein Ort von stiller Eleganz, poetischer Ausstrahlung und historischer Tiefe. Schloss Ribbeck gilt als eines der bedeutendsten literarischen Kulturdenkmäler Brandenburgs – ein Symbol preußischer Landkultur und eines Werteverständnisses, das soziale Verantwortung über Reichtum stellt.
Heute beherbergt das Schloss ein Museum zur Familie von Ribbeck sowie eine Fontane-Dauerausstellung. Zudem finden hier Lesungen und Konzerte statt, ebenso Trauungen, Veranstaltungen und saisonale Feste – darunter das beliebte Birnenfest. Ein Café im Schloss lädt zum Verweilen ein.