Schlösser wie aus Märchenfilmen gibt es in ganz Deutschland – und besonders rund um Berlin in großer Zahl. Vom romantisch geprägten Anwesen des Künstlerpaars von Arnim bis hin zu weitläufigen Schlossparks, in denen Sudermann seine bekanntesten Werke schrieb: Die Schlösserlandschaft Brandenburgs beeindruckt von Literatur bis zur Filmproduktion. Auch unser heutiger Tipp reiht sich hier ein: Schloss Marquardt liegt idyllisch am Ufer des Schlänitzsees und zählt zu den ruhigeren, weniger bekannten Ausflugszielen im Berliner Umland – genau das macht seinen besonderen Reiz aus.

Ursprünglich geht die Geschichte des Ortes bis ins Jahr 1313 zurück, während das heutige Schloss in seiner heutigen Form Ende des 19. Jahrhunderts, zwischen 1879 und 1880, errichtet und später erweitert wurde. Architektonisch orientiert es sich am englischen Tudorstil, was mit seinen Türmchen, Zinnen und der romantischen Silhouette bis heute eine fast britisch anmutende Kulisse schafft. Genau diese Ästhetik machte das Schloss auch für internationale Filmproduktionen interessant.
Besonders bekannt wurde Schloss Marquardt durch seine Rolle im Film „Spencer“, in dem es als Double für den britischen Königssitz Sandringham diente. Doch damit nicht genug: Seit den späten 1990er-Jahren wurde das Anwesen für über 100 Film- und Fernsehproduktionen genutzt und hat sich damit zu einer der gefragtesten Drehkulissen in Brandenburg entwickelt. Die Mischung aus historischer Architektur, natürlicher Umgebung und einer gewissen Abgeschiedenheit bietet ideale Bedingungen für Filmteams und macht das Schloss gleichzeitig zu einem beliebten Spot für Fotokünstler und kreative Projekte.

Umgeben ist das Schloss von einem weitläufigen Landschaftspark, dessen Ursprünge bis ins Jahr 1795 zurückreichen und der später unter anderem von dem preußischen Gartenarchitekten Peter Joseph Lenné mitgestaltet wurde. Alte Baumalleen, offene Wiesen und der direkte Blick auf den See verleihen dem Gelände eine ruhige, fast entschleunigte Atmosphäre – weit entfernt vom Trubel der Hauptstadt. Gerade bei Sonnenuntergang entstehen hier eindrucksvolle Szenerien, in denen sich das Schloss im Wasser spiegelt.
Im Laufe seiner Geschichte wurde das Schloss unterschiedlich genutzt, unter anderem als Gutshaus, später in der DDR als Schule und Internat. Heute befindet es sich in privater Hand und dient vor allem als Eventlocation sowie als Kulisse für Film- und Fotoproduktionen. Die Innenräume sind daher in der Regel nicht öffentlich zugänglich, während die Umgebung und der Park sich ideal für Spaziergänge und kurze Ausflüge eignen.