2021 wurde die Berliner U-Bahn-Station “Museumsinsel” eröffnet. Aufgrund der architektonisch bedeutsamen Nachbarschaft hielt man die Eingänge bewusst unauffällig. Aber unter der Erde wurde ein faszinierendes Bauwerk als Hommage an Karl Friedrich Schinkel erschaffen.
In diesem dritten Artikel über Maler und Architekten Karl Friedrich Schinkel blicken wir auf die Theaterzeit des Berliners, wie er auch in schweren Zeiten die Menschen beeindruckte, und wie Berlin dem Künstler ein etwas anderes Ehrendenkmal setze.
Schinkel erstaunt Berlin mit seinem unglaublichen Ideenreichtum

Während der napoleonischen Besatzung fehlte es in Preußen an Bauaufträgen. Aus der Not heraus arbeitete Karl Friedrich Schinkel als Kulissen- und Panoramamaler. Das spektakuläre Diorama vom “Brand von Moskau” wird 1812 ein Riesenerfolg. Weil er das Gemälde von hinten mit Öllampen beleuchtete, fühlte sich das Publikum, als stünde es selbst in den Flammen. Solche Stunts machten ihn in ganz Berlin bekannt.
Gleichzeitig prägte Schinkel die Berliner Oper mit innovativen Bühnenbildern für rund 40 Werke. Besonders seine Bühnenbilder für Mozarts „Die Zauberflöte“ sind bis heute bekannt! (Oben seht ihr das ägyptische Bühnenbild.) Seine beeindruckende Szenografie begeisterte nicht nur die Theatergänger, sondern auch die Planer der neuen U5-Station “Museumsinsel”.
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Die U-Bahn-Decke ist diesem Schinkel-Gemälde nachempfunden!

Als die neue U-Bahn-Station der U5 „Museumsinsel“ gestaltet wurde, wählte der Architekt als zentrales Element Schinkels Bühnenbild der Sternenhalle im Palast der Königin der Nacht aus Mozarts Oper “Die Zauberflöte”. Er baute eine gewölbte, ultramarinblaue Deckenkonstruktion. Diese ist von mehr als sechstausend künstlichen Leuchtsternen erhellt. Die markanten Pfeiler auf dem Mittelbahnsteig sollen an Schinkels Säulengänge erinnern.
Warum ausgerechnet in dieser Station? Weil Schinkel rund um die Station als Baumeister die Innenstadt geprägt hat!
Die restliche Station ist bewusst einfach gehalten.

Blaugrauer Granit und weiße Decken sorgen für eine elegante Atmosphäre. Speziell gefertigtes Licht in den Handläufen und in den Treppenaufgängen sorgt für eine harmonische Ausleuchtung. Architekturfotos an den Gleiswänden würdigen das historische Erbe der Umgebung. So verschmelzen moderne Infrastruktur und klassische Baukunst.