Ihr habt mal wieder Lust auf ein anderes Flair als das deutsche, wollt dafür aber nicht weit reisen? Vom „Klein Venedig“ über sizilianisch wirkende Gärten bis hin zu skandinavisch anmutenden Naturspots hat die Umgebung Berlins dafür überraschend viel zu bieten. Und die Vielfalt hört dort noch lange nicht auf, wie wäre es mit einem kleinen Abstecher in die Niederlande, mitten in Potsdam? Genau das erwartet euch im Holländischen Viertel. Es zählt zu den bekanntesten und atmosphärischsten Vierteln Potsdams und wird wegen seiner historischen Architektur oft als „Little Amsterdam“ bezeichnet.

Mit seinen roten Backsteinfassaden, kleinen Boutiquen, versteckten Innenhöfen und gemütlichen Cafés wirkt das Viertel fast wie ein Stück Niederlande mitten in Brandenburg. Entstanden ist das Holländische Viertel im 18. Jahrhundert unter König Friedrich Wilhelm I.. Der sogenannte „Soldatenkönig“ wollte niederländische Handwerker und Bauarbeiter nach Potsdam holen, da diese damals als besonders erfahren galten. Um ihnen ein vertrautes Zuhause zu bieten, ließ er zwischen 1733 und 1742 rund 150 Häuser im typisch holländischen Stil errichten. Verantwortlich für die Planung war der aus Amsterdam stammende Architekt Jan Bouman.
Das Holländische Viertel besteht aus vier Karrees mit roten Backsteinhäusern, geschwungenen Giebeln, weißen Fensterrahmen und kleinen Kopfsteinpflasterstraßen. Genau diese Architektur hebt sich stark vom restlichen Potsdam ab und macht den Ort so besonders. Viele Besucher vergessen dort fast, dass sie sich noch in Deutschland befinden.
Heute zählt das Holländische Viertel zu den beliebtesten Spazier- und Ausgehorten Potsdams. Zwischen den historischen Häusern befinden sich kleine Kunstgalerien, Design- und Vintage-Läden, Cafés, Weinbars, Restaurants und individuelle Boutiquen. Gerade diese Mischung aus Geschichte und kreativer Szene verleiht dem Viertel seine besondere Atmosphäre.

Vor allem im Frühling und Sommer wirkt das Holländische Viertel besonders lebendig. Dann füllen sich die Außenterrassen, Blumen schmücken die Fassaden und die kleinen Gassen bekommen fast mediterranes Flair. Viele vergleichen die Stimmung mit Amsterdam oder kleineren niederländischen Altstädten.
Das Viertel ist außerdem eng mit der kreativen Szene Potsdams verbunden. Regelmäßig finden dort Kunstmärkte, Straßenfeste, Designmärkte und kulturelle Veranstaltungen statt. Besonders bekannt ist das jährliche Tulpenfest, bei dem das Viertel seine niederländischen Wurzeln feiert. Musik, Blumenstände, traditionelle Kostüme und holländische Spezialitäten verwandeln die Straßen dann fast in ein kleines Amsterdam-Festival.
Auch fotografisch gehört das Holländische Viertel zu den beliebtesten Orten Brandenburgs. Durch die symmetrischen Backsteinfassaden, die kleinen Fenster und das warme Licht wirkt die Gegend besonders fotogen und beinahe zeitlos. Vor allem am frühen Morgen oder kurz vor Sonnenuntergang entsteht dort eine ruhige und nostalgische Atmosphäre.