In die Vergangenheit einzutauchen, fällt in Berlin nicht schwer. In der Hauptstadt könnt ihr zahlreiche Gebäude und Orte entdecken, die heute ganz anders genutzt werden als früher. So galt der Boros Bunker vor rund 30 Jahren wegen seiner legendären Fetisch- und Fantasy-Partys als „härtester Club der Welt“ und beherbergt heute eine private Kunstsammlung. Doch auch die einstigen Treffpunkte literarischer Größen sind nicht vergessen und werden nun wieder zum Leben erweckt. Die Ausstellung „Das Romanische Café im Berlin der 1920er Jahre“ hat am Freitag, 25. September 2026, im Europa-Center am Breitscheidplatz eröffnet.

Das Besondere daran ist ihr Standort am Originalschauplatz des berühmten Cafés, an dem heute das Europa-Center steht. Das Romanische Café war in den 1920er-Jahren ein bedeutender Treffpunkt der Berliner Kunst- und Kulturszene. Zu seinen Gästen und regelmäßigen Besucher gehörten unter anderem Bertolt Brecht, Else Lasker-Schüler, Kurt Tucholsky, Max Liebermann, Alfred Döblin, Georg Grosz, Erich Kästner, Billy Wilder und Mascha Kaléko. Das Café lag im damaligen „Neuen Berliner Westen“ rund um die Gedächtniskirche und entwickelte sich zu einem beliebten Treffpunkt für Künstler, Schriftsteller und Intellektuelle.
Auf rund 130 Quadratmetern erzählt die Pop-up-Ausstellung die Geschichte des Romanischen Cafés und seiner Besucher. Zu sehen sind unter anderem historische Fotografien, Alltagsgegenstände, Texte, Presseartikel, Filmclips und Kunstwerke. Einige der gezeigten Exponate werden laut den Veranstalter erstmals öffentlich präsentiert. Ein besonderes Highlight ist die 3-D-Rekonstruktion des Romanischen Cafés. Das historische Interieur wurde anhand von alten Bauplänen und Fotografien virtuell rekonstruiert, sodass ihr euch ein Bild davon machen könnt, wie das legendäre Café einst ausgesehen hat. Ergänzt wird die Rekonstruktion durch eine VR-Erfahrung, mit der ihr noch tiefer in die Atmosphäre des historischen Ortes eintauchen könnt.
Die Ausstellung richtet den Blick außerdem auf die Umgebung rund um die Gedächtniskirche und den Kurfürstendamm. Historische Aufnahmen zeigen, wie der sogenannte Neue Westen in den 1920er-Jahren aussah und wie sich das Viertel seitdem verändert hat. Ein großer Stadtplan macht zudem sichtbar, wo sich damals Geschäfte, Kinos, Theater, Tanzlokale und weitere wichtige Treffpunkte befanden.
Für ein besonders authentisches Ausstellungserlebnis sorgt ein Originaltisch mit den dazugehörigen Stühlen, an dem ihr selbst Platz nehmen könnt. Darüber hinaus erwarten euch unter anderem ein Video mit einem Charleston-Tanzkurs sowie historische Mode aus den 1920er-Jahren.

Die Ausstellung eröffnet am 25. September 2026 und ist bis zum 26. Dezember 2026 zu sehen. Geöffnet ist sie jeden Freitag und Samstag von 13 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos, sodass ihr ohne Ticket vorbeischauen könnt.
Begleitend zur Ausstellung gibt es außerdem ein kostenloses Programm mit Veranstaltungen, Lesungen und Mitmachangeboten. Auch Führungen durch die Ausstellung werden regelmäßig angeboten. Wer an einer Führung teilnehmen möchte, muss sich dafür vorab anmelden.
Die Ausstellung befindet sich im Atrium im Erdgeschoss des Europa-Centers an der Tauentzienstraße 9–12, 10789 Berlin-Charlottenburg, direkt am Breitscheidplatz. Damit könnt ihr heute an genau dem Ort in die Geschichte des Romanischen Cafés eintauchen, an dem sich einst einer der bekanntesten Treffpunkte des Berliner Kulturlebens befand.