Brandenburg ist der King im unfreiwilligen Humor bei der Vergabe von Ortsnamen. Auf dieser Route sammelt ihr zwar keine klassischen Postkartenmotive, aber wer sonst kann von sich behaupten, schon mal in Kotzen gewesen zu sein?
Der ultimative Ortsnamen-Roadtrip in Brandenburg: Von Ranzig nach Protzen!
Los geht’s in Ranzig (Landkreis Oder-Spree)

Eure Reise beginnt südöstlich von Berlin im beschaulichen Ranzig. Lasst euch vom Namen nicht täuschen!
- Warum heißt es so? Das Wort hat nichts mit abgelaufener Butter zu tun, sondern stammt vom altsorbischen Wort „vron“ (oder auch der Abwandlung Rańšyk) ab, was so viel bedeutet wie „Ort, an dem es Raben gibt“.
- Was gibt es zu sehen: Das Dorf liegt am idyllischen Ranziger See, der von viel Wald, Natur und Feldern umgeben ist. Nachdem ihr das Beweisfoto vor dem Ortsschild geschossen habt, lohnt sich ein kurzer Spaziergang am Wasser.
Danach auf nach Motzen (Landkreis Dahme-Spreewald / Teltow-Fläming)

Der Name ist Programm, hier dürft ihr euch über das Wetter, den Verkehr und einfach über alles beschweren. Einfach aus Prinzip.
- Warum heißt es so? “Motzen” leitet sich vom slawischen „Mocina“ ab. Das bedeutet „Feuchtgebiet“ oder „Sumpf“ bzw. „Matsch“ – ein Verweis auf die frühen Siedlungen am Seeufer.
- Das Besondere: Motzen ist ein richtig nicer Erholungsort! Neben dem Motzener See gibt es hier ein Heimatmuseum, eine Barockkirche aus dem Jahr 1755 und einen Golfplatz (über den Reinhard Lakomy das Lied „Golf in Motzen“ schrieb).
Der Höhepunkt der Tour: Kotzen (Landkreis Havelland)

In Kotzen könnt ihr das leicht gequälte Selfie vor dem gelben Schild knipsen.
- Warum heißt es so?Der Ort wurde 1352 als „Cozym“ erstmals erwähnt. Das ist slawischen Ursprungs und bedeutet „Ort, wo haarige Pflanzen wachsen“. Über die Jahrhunderte wurde das Wort etwas unglücklich zu „Kotzen“ umgeformt.
- Das Besondere: Kotzen ist eingebettet in die malerische Havellandschaft und stolz auf seine hundertjährigen Eichen und Robinien. Sehenswert ist auch die alte Dorfkirche aus dem späten Mittelalter.
Am Ende geht es nach Protzen (Landkreis Ostprignitz-Ruppin)

40 Autominuten nördlich von Kotzen erreicht ihr das große Finale. Hier könnt ihr euch gebührend feiern und bisschen über die Insta Story angeben.
- Warum heißt es so? Auch dieser Name kommt aus dem Slawischen und bedeutet „Ort, wo Hirse wächst“ (oder „Bruch“).
- Das Besondere: Es gibt hier eine spätromanische Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert. Sogar Theodor Fontane war von Protzen angetan und lobte den Gutspark als einen der schönsten der Region.
Geht die Strecke auch mit den Öffis?
Generell ja, da die Orte aber quer um Berlin herum verstreut sind, ist das eigene Auto oder ein Carsharing-Flitzer definitiv die bessere Wahl. Die reine Fahrzeit für diese Rundtour beträgt etwa 3,5 bis 4,5 Stunden.