Während einige den Sommer am liebsten am nächstgelegenen Strand verbringen, zieht es andere auf Entdeckungstour in die Natur. Für beides bieten Berlin und seine Umgebung die besten Voraussetzungen. Ob die höchsten Kreidefelsen Deutschlands oder ein UNESCO-Naturwunder im Harz – außergewöhnliche Ausflugsziele gibt es viele. Damit euch die Ideen für euer nächstes Abenteuer nicht ausgehen, haben wir heute einen weiteren Tipp für euch: Dieses außergewöhnliche Naturdenkmal liegt südlich von Halberstadt im nördlichen Harzvorland in Sachsen-Anhalt und begeistert mit markanten Sandsteinfelsen sowie geheimnisvollen Höhlen.

Geologisch sind die Klusfelsen rund 90 Millionen Jahre alt. Der Sandstein entstand während der Unterkreide am Grund eines flachen Meeres. Vor etwa 66 Millionen Jahren wurde das Gestein durch tektonische Bewegungen nahezu senkrecht aufgerichtet. Dadurch verlaufen die Gesteinsschichten heute fast vertikal – ein seltenes geologisches Merkmal, das an den Klusfelsen besonders eindrucksvoll zu erkennen ist. Besonders beeindruckend sind die bis zu 20 Meter hohen Sandsteinwände, die sich über etwa 50 Meter erstrecken. Hinzu kommen zahlreiche künstlich geschaffene Höhlen und Kammern, die ungewöhnlich steilen Gesteinsschichten sowie der Status als offizielles Naturdenkmal des Landes Sachsen-Anhalt.
Eine Besonderheit der Klusfelsen sind die geheimnisvollen Höhlen im weichen Sandstein. Viele von ihnen wurden bereits in vorgeschichtlicher Zeit erweitert oder vollständig von Menschen angelegt. Im Laufe der Jahrhunderte dienten sie unter anderem Einsiedlern, Schäfern und Steinmetzen als Unterschlupf und wurden vermutlich auch als Kultstätten genutzt. Aufgrund ihrer Größe und Anzahl gelten die künstlichen Höhlen als außergewöhnlich und sind in Deutschland nahezu einzigartig.

Auch der Name der Felsen hat eine historische Bedeutung. Der Begriff „Klus“ leitet sich vom mittelhochdeutschen Wort „Klause“ ab und bezeichnete den Rückzugsort eines Einsiedlers. Tatsächlich lebten an den Klusfelsen über viele Jahrhunderte Eremiten, weshalb sich der Name bis heute erhalten hat. Bereits um das Jahr 1070 wurden die Klusfelsen erstmals urkundlich erwähnt.
Neben den eigentlichen Klusfelsen gehören auch der Fünffingerfelsen, der Teufelsstuhl und die Teufelskanzel zu den markanten Felsformationen der Klusberge. Alle Sehenswürdigkeiten liegen nur wenige Gehminuten voneinander entfernt und lassen sich bequem auf einer Wanderung miteinander verbinden.