Sommer heißt nicht nur, faul am Strand zu liegen und Eis zu essen – er ist auch die perfekte Zeit für kleine Abenteuer. Bei gutem Wetter zeigt sich die Natur von ihrer schönsten Seite, und genau das solltet ihr ausnutzen. Nachdem wir euch bereits die beeindruckenden Höhlenwohnungen vorgestellt haben, die an eine Hobbit-Siedlung erinnern, möchten wir heute ein weiteres außergewöhnliches Ausflugsziel mit euch teilen: Die Teufelsmauer in Sachsen-Anhalt zählt zu den spektakulärsten Naturwundern des Harzes und gehört zu den beliebtesten Wanderzielen der Region.

Die bizarren Sandsteinfelsen ziehen sich wie eine riesige Mauer durch die Landschaft und gaben der außergewöhnlichen Felsformation ihren Namen. Die Teufelsmauer verläuft am Nordrand des Harzes zwischen Ballenstedt, Rieder, Weddersleben, Neinstedt, Timmenrode, Blankenburg und Thale. Die markante Felsformation erstreckt sich über rund 20 Kilometer und prägt die Landschaft des Harzvorlandes wie kaum ein anderes Naturdenkmal.
Entstanden ist die Teufelsmauer vor Millionen Jahren. Die Felsen bestehen aus hartem Sandstein der Oberkreide, der durch tektonische Hebungen am Harzrand nahezu senkrecht aufgerichtet wurde. Wind und Wetter trugen das umliegende Gestein im Laufe der Zeit ab, sodass nur die markanten Felstürme erhalten blieben. Dadurch wirkt die Formation bis heute wie eine gewaltige natürliche Festungsmauer. Seit 2006 zählt die Teufelsmauer zu den 77 Nationalen Geotopen Deutschlands. Bereits seit dem 19. Jahrhundert stehen große Teile des Gebiets unter Naturschutz und gehören damit zu den ältesten geschützten Landschaften Deutschlands.
Besonders eindrucksvoll ist der Abschnitt zwischen Thale und Weddersleben. Hier befinden sich einige der bekanntesten Felsformationen der Teufelsmauer, darunter der Königstein, die Mittelsteine, die Papensteine, das Hamburger Wappen sowie der Großvater- und Großmutterfelsen. Vor allem das Hamburger Wappen mit seinen drei markanten Felsspitzen gilt als eines der bekanntesten Fotomotive des gesamten Harzes.

Rund um die Felsen rankt sich außerdem eine der bekanntesten Sagen des Harzes. Der Legende nach stritten Gott und der Teufel um die Erde. Sie vereinbarten, dass der Teufel das Land behalten dürfe, wenn es ihm gelänge, innerhalb einer einzigen Nacht eine Mauer zu errichten. Kurz bevor er sein Werk vollendet hatte, ließ Gott jedoch einen Hahn krähen. Der Teufel glaubte, der Morgen sei bereits angebrochen, geriet außer sich vor Wut und zerstörte seine eigene Mauer. Die heute noch sichtbaren Felsen sollen die Überreste dieser einstigen Mauer sein.
Für Wanderfreunde bietet die Teufelsmauer zahlreiche abwechslungsreiche Routen. Besonders beliebt ist der rund sieben Kilometer lange Rundweg über Königstein und Mittelsteine, der in etwa zwei Stunden zu bewältigen ist und sich auch für Familien eignet. Ebenfalls empfehlenswert ist die Tour zum Hamburger Wappen, die je nach Strecke zwischen fünf und acht Kilometer lang ist und vor allem zum Sonnenuntergang spektakuläre Ausblicke bietet. Wer eine größere Herausforderung sucht, kann den rund 30 Kilometer langen Teufelsmauerstieg wandern, der mehrere der bekanntesten Felsformationen miteinander verbindet.