Morgen jährt sich die Eröffnung des Flughafens Tempelhof zum 103. Mal. Am 8. Oktober 1923 nahm der damalige „Flughafen Tempelhofer Feld“ offiziell seinen Betrieb auf und legte damit den Grundstein für eines der bedeutendsten Kapitel der Berliner Luftfahrtgeschichte.

Am heutigen 8. Oktober 2026 jährt sich die Eröffnung des Flughafens Tempelhof zum 103. Mal. Was im Jahr 1923 als vergleichsweise einfaches Flugfeld begann, entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem der bekanntesten Flughäfen Europas. Tempelhof wurde zum Schauplatz der historischen Berliner Luftbrücke, erlebte den Aufstieg des internationalen Luftverkehrs und stellte schließlich nach 85 Jahren seinen Betrieb ein. Seit 2010 dient das ehemalige Flughafengelände als riesige öffentliche Erholungsfläche, auf der Berlinerinnen und Berliner heute spazieren gehen, Fahrrad fahren, skaten oder einfach die Natur genießen können.
Die Geschichte des Tempelhofer Feldes reicht weit über die Eröffnung des Flughafens hinaus zurück. Bereits im 19. Jahrhundert wurde das weitläufige Gelände als militärischer Exerzier- und Paradeplatz genutzt. Gleichzeitig entwickelte es sich zu einem beliebten Ausflugsziel für die Berliner Bevölkerung. Später fanden hier erste Flugversuche und spektakuläre Flugschauen statt, die zahlreiche Schaulustige anzogen. Am 8. Oktober 1923 nahm schließlich der damalige „Flughafen Tempelhofer Feld“ offiziell seinen Betrieb auf. Zu den ersten Flugverbindungen gehörte die Strecke zwischen Berlin und Königsberg. Von dem monumentalen Flughafengebäude, das heute das Gelände prägt, war damals allerdings noch nichts zu sehen. Stattdessen bestand der Flughafen zunächst aus einfachen Einrichtungen, bevor ab 1924 größere Flugzeughallen, Werkstätten und Abfertigungsgebäude entstanden. Die Entwicklung verlief rasant. Während im Eröffnungsjahr 1923 lediglich rund 150 Passagiere befördert wurden, waren es Mitte der 1930er-Jahre bereits mehr als 60.000. Tempelhof entwickelte sich zunehmend zu einem bedeutenden europäischen Luftverkehrsknotenpunkt.

Das heute bekannte Flughafengebäude entstand erst ab 1936 während der nationalsozialistischen Herrschaft. Nach den Plänen des Architekten Ernst Sagebiel wurde ein monumentaler Gebäudekomplex errichtet, dessen geschwungene Front sich über rund 1,2 Kilometer erstreckt. Auf dem Dach waren sogar Tribünen für bis zu 65.000 Zuschauer vorgesehen, während der Flughafen ursprünglich für bis zu sechs Millionen Passagiere ausgelegt sein sollte. Der Zweite Weltkrieg verhinderte jedoch die vollständige Umsetzung der Baupläne.
Mit der NS-Zeit ist auch ein dunkles Kapitel der Geschichte Tempelhofs verbunden. Auf dem Gelände befand sich das Konzentrationslager Columbia, während später Teile des Flughafens für die Rüstungsproduktion genutzt wurden. Dabei mussten Tausende Zwangsarbeiter:innen unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten.
Eine völlig andere historische Bedeutung erhielt der Flughafen während der Berliner Luftbrücke von 1948 bis 1949. Nachdem die Sowjetunion die Land- und Wasserwege nach West-Berlin blockiert hatte, organisierten die westlichen Alliierten eine umfangreiche Versorgung der Bevölkerung aus der Luft. Tempelhof wurde dabei zu einem der wichtigsten Umschlagplätze für Lebensmittel, Kohle und andere lebensnotwendige Güter. Zeitweise landeten die Transportflugzeuge im Abstand von nur zwei Minuten. Besonders bekannt wurden die sogenannten Rosinenbomber, deren Piloten teilweise Süßigkeiten an kleinen Fallschirmen für Berliner Kinder abwarfen. Bis heute erinnert das Luftbrückendenkmal am Platz der Luftbrücke an dieses bedeutende Kapitel der Stadtgeschichte.