In letzter Zeit sieht die Zuglandschaft in Deutschland wieder deutlich rosiger aus – auch wenn es zunächst Anlass zur Sorge gab. Zuerst wurde der beliebte Kulturzug von Berlin nach Polen gestrichen, anschließend das Ende des ÖBB-Nightjet-Betriebs nach Paris bekannt gegeben. Glücklicherweise blieb es jedoch nicht bei diesen Einschnitten. Neue Zugpläne aus Deutschland folgten schnell: Bereits ab dem kommenden Jahr soll eine neue Nachtverbindung mit European Sleeper von Berlin nach Paris starten. Einige Jahre später, ab 2040, sind zudem neue Hochgeschwindigkeitszüge geplant, die die Reisezeiten deutlich verkürzen sollen. So könnte die Verbindung von Berlin nach Kopenhagen künftig statt rund sieben nur noch etwa vier Stunden dauern. Doch dabei bleibt es nicht – es gibt weitere Neuigkeiten: Eurostar und die Deutsche Bahn haben neue Hochgeschwindigkeitsverbindungen von Deutschland nach Großbritannien angekündigt. Konkret geht es um die Metropolen Frankfurt und Köln, von denen ab 2030 direkte und komfortable Verbindungen nach London geplant sind.

Nachdem die neuen Zugverbindungen im vergangenen Sommer zunächst angedeutet worden waren, wurden sie nun konkretisiert und mit einer unterzeichneten Absichtserklärung offiziell bestätigt. Während Reisende derzeit noch in Brüssel umsteigen müssen, um nach London zu gelangen, sollen sie ab den frühen 2030er-Jahren von Frankfurt und Köln direkt mit dem Eurostar in die britische Hauptstadt reisen können. Über eine direkte Verbindung von London nach Berlin ist bislang nichts bekannt.
Vorgesehen sind bei für das Projekt doppelstöckige „Celestia“-Züge von Eurostar. Michael Peterson, Vorstand Personenfernverkehr der Deutschen Bahn, betont, dass die Direktverbindung zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich „großes Potenzial“ habe. Auch Eurostar-CEO Gwendoline Cazenave sieht darin eine Chance, das Reisen zwischen beiden Ländern nachhaltiger und einfacher zu gestalten. Möglich wird das Projekt durch die enge Zusammenarbeit beider Unternehmen: Eurostar bringt seine langjährige Erfahrung im Bahnverkehr durch den Eurotunnel ein, während die Deutsche Bahn ihre Kompetenz als leistungsstarker Netzanbieter beisteuert.
Ein vielversprechendes Projekt, auf das wir uns schon jetzt freuen können.