Highlights der Berliner Vergangenheit – davon sind in der city teilweise nur noch spuren übrig geblieben. so modern die xity auch ist, das vergangene verliert nie seinen charme. wenn ihr euch nicht mehr an das einziges Wellenbad West-Berlins erinnert das gerade bis 2028 umgebaut wird, kennt ihr aber sicherlich das blub. Das ehemalige Blub in Berlin-Neukölln gehört zu den bekanntesten Freizeitbädern der Berliner Geschichte.

Was 1985 als riesiges tropisches Badeparadies mit spektakulären Wasserrutschen, Wellenbad und exotischen Pflanzen eröffnet wurde, entwickelte sich zunächst zu einem der beliebtesten Ausflugsziele West-Berlins. Millionen Menschen besuchten das Erlebnisbad, bevor hygienische Probleme, finanzielle Schwierigkeiten und schließlich die Schließung seinen Niedergang einleiteten. Danach verwandelte sich das Gelände in einen der bekanntesten Lost Places der Hauptstadt. Heute ist von dem einstigen Badeparadies nichts mehr übrig. Am 30. September 2026 wurde auf dem ehemaligen Blub-Gelände das neue Wohnquartier Greenpark mit insgesamt 860 Wohnungen offiziell eröffnet.
Am 14. Februar 1985 eröffnete das Berliner Luft- und Badeparadies, kurz Blub, an der Buschkrugallee 64 im Neuköllner Ortsteil Britz. Die Baukosten beliefen sich damals auf rund 44 Millionen D-Mark. Bei seiner Eröffnung galt das Blub als größtes Freizeitbad West-Berlins und gehörte zu den größten Erlebnisbädern Deutschlands. Anders als klassische Schwimmbäder sollte die Anlage ihren Gästen ein tropisches Urlaubserlebnis mitten in der Hauptstadt bieten. Die rund 9.000 qm große Badehalle wurde von drei markanten Holzdachkuppeln überspannt. Unter ihnen herrschten ganzjährig Lufttemperaturen von etwa 29 °C, während das Wasser auf angenehme 29 bis 36 °C beheizt wurde. Tropische Pflanzen, künstliche Felsen und verschiedene Wasserlandschaften sorgten dafür, dass sich Besucher auch mitten im Berliner Winter wie im Urlaub fühlen konnten.
Zu den größten Attraktionen gehörte eine 120 Meter lange Wasserrutsche, die bei der Eröffnung als längste Deutschlands galt. Daneben gab es eine weitere 60 Meter lange Rutsche, ein Wellen- und Brandungsbad, einen Wildwasserkanal sowie später die Reifenrutsche „Crazy River“. Whirlpools, Solebecken, Grotten, Außenbecken und eine weitläufige Saunalandschaft ergänzten das Angebot. Auch gastronomische Einrichtungen gehörten zum Freizeitparadies. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. In seinen Anfangsjahren zog das Blub jährlich rund 600.000 Gäste an. Insgesamt besuchten während seiner Betriebszeit etwa sieben Millionen Menschen das Erlebnisbad. Die Bekanntheit reichte sogar bis in den Fußball: In der Saison 1985/86 trat das Blub als Trikotsponsor von Hertha BSC auf. Mit dem Werbeslogan „Berlin blubst vor Vergnügen“ wurde das Badeparadies zu einem festen Bestandteil der West-Berliner Freizeitkultur.

In den 1990er-Jahren verlor das einstige Vorzeigeprojekt zunehmend an Attraktivität. Die Anlage wurde immer sanierungsbedürftiger, während Beschwerden über technische Defekte, Rost und mangelnde Sauberkeit zunahmen. Hinzu kamen Probleme mit gewalttätigen Besuchergruppen und eine wachsende Konkurrenz durch andere Freizeitbäder. Nach der Schließung begann der langsame Verfall des ehemaligen Freizeitbades. Die Schwimmbecken standen leer, Fenster gingen zu Bruch und zahlreiche Wände wurden mit Graffiti bedeckt. Wo früher Familien zwischen tropischen Pflanzen schwammen und Kinder die Wasserrutschen hinunterrutschten, breiteten sich zunehmend Schutt, Müll und Vandalismus aus.
Mehr als vier Jahrzehnte nach der Eröffnung des Blub hat sich das Gelände vollständig verändert. Am 30. September 2026 wurde auf dem rund 30.000 qm großen Grundstück das neue Wohnquartier Greenpark offiziell eingeweiht. Wo einst Wasserrutschen, Wellenbecken und tropische Pflanzen für Urlaubsstimmung sorgten, stehen heute 15 moderne Wohngebäude mit insgesamt 860 Wohnungen. Das Projekt wurde vom Immobilienentwickler Bauwens realisiert, während das Bauunternehmen Goldbeck die Gebäude in serieller Bauweise errichtete. Innerhalb von etwa zwei Jahren entstanden rund 36.000 qm Wohnfläche sowie mehr als 1.400 qm Gemeinschaftsflächen.