Am Rand des Berliner Bezirk Reinickendorf liegt ein echtes Kleinod für Natur- und Erholungssuchende: die Insel Reiswerder. Gelegen im Tegeler See, bietet dieses autofreie Eiland eine faszinierende Flucht aus dem hektischen Großstadtleben. Reiswerder ist dicht bewaldet, von Schilfgürteln umgeben und nur mit einer kleinen Personenfähre zu erreichen. Wer die Insel betritt, lässt den städtischen Lärm sofort hinter sich und taucht ein in eine Welt voller Ruhe, Vogelgezwitscher und idyllischer Natur, die von zahlreichen Laubenkolonisten liebevoll gepflegt wird.
Das Leben und die Inselgemeinschaft auf der Insel

Das Leben auf Reiswerder folgt seinen ganz eigenen Regeln, was vor allem an der eng vernetzten Inselgemeinschaft liegt. Die rund 11.000 Quadratmeter große Insel ist an den Verein der Inselgemeinschaft Reiswerder e.V. verpachtet. Die rund 130 Parzellen werden von den Mitgliedern als Wochenenddomizile genutzt. Da es auf der Insel weder fließendes Wasser noch Strom aus dem öffentlichen Netz gibt, ist der Zusammenhalt hier besonders stark. Man hilft sich gegenseitig, teilt Ressourcen und organisiert gemeinsame Feste im historischen Vereinshaus.
Kuriose Tradition von Reiswerder

Das charmanteste Kuriosum von Reiswerder ist jedoch die Tradition des eigenen „Inselbürgermeisters“. Da die Insel formal eigenständig verwaltet wird, wählen die Bewohner aus ihren Reihen ein Oberhaupt. Dieser ehrenamtliche Bürgermeister ist allerdings kein Politiker im klassischen Sinne, sondern vielmehr der Vereinsvorsitzende, Moderator und oberste Kümmerer der Insel.
Er vertritt die Interessen der Gemeinschaft gegenüber dem Bezirk, schlichtet kleine Nachbarschaftsstreits und sorgt dafür, dass die strengen Naturschutzauflagen eingehalten werden. Dank dieses besonderen Gemeinschaftsgefühls hat sich Reiswerder über Jahrzehnte hinweg seinen urigen, fast dörflichen Charakter bewahrt. Ein Besuch fühlt sich deshalb nicht nur wie ein Ausflug ins Grüne an, sondern wie eine kleine Zeitreise.