Ein Bier in einer atmosphärischen Kneipe in Berlin zu genießen, stellt keine große Herausforderung dar. Überall in der Stadt gibt es tolle Bars, die einen Besuch wert sind. Doch wo erwartet euch eine wirklich außergewöhnliche Umgebung? Davon gibt es in Berlin tatsächlich einige – und natürlich haben wir die passenden Geheimtipps für euch. Einer davon ist das KLO, das zu den wohl verrücktesten Kneipen Berlins gehört. Ihr findet es in der Leibnizstraße 57 in Charlottenburg, nur wenige Minuten vom Kurfürstendamm entfernt.

Das KLO in Berlin-Charlottenburg ist keine gewöhnliche Bar, sondern eine Mischung aus Kultkneipe, Erlebnisgastronomie, Kuriositätenkabinett und Geisterbahn. Seine Geschichte reicht bis ins Jahr 1971 zurück. Laut Betreiber wurde das KLO am 24. Dezember 1971 eröffnet und existiert damit seit mehr als 50 Jahren. Ursprünglich gab es sogar mehrere KLO-Kneipen in Berlin. Der heute noch bestehende Standort wurde als „Klo III“ eröffnet. Weitere Lokale befanden sich unter anderem in der Hauptstraße und in der Nestorstraße, verschwanden jedoch im Laufe der Zeit. Das KLO in der Leibnizstraße ist als einziger Standort übrig geblieben. Der Betreiber bezeichnet es als erste Toilettenkneipe Europas und sieht das Konzept als einen Vorreiter der Erlebnisgastronomie.
Das Außergewöhnliche beginnt bereits bei der Einrichtung. Statt auf gewöhnlichen Barstühlen können Gäste teilweise auf Toilettensitzen Platz nehmen, während unter anderem Särge als Tische dienen. Das Toilettenthema zieht sich durch das gesamte Lokal und wird mit schwarzem Humor, Gruselelementen und skurrilen Details kombiniert. Dadurch erinnert die Bar stellenweise eher an eine alte Geisterbahn als an eine klassische Berliner Kneipe.
Dabei dient die Einrichtung nicht nur als Dekoration. Ein Teil des Mobiliars ist pneumatisch und kann sich plötzlich bewegen. Tische können sich unerwartet anheben, Sitzgelegenheiten bewegen oder kippen und auch über den Köpfen der Gäste kann plötzlich etwas passieren. Dazu kommen Licht-, Sound- und Schreckeffekte sowie verschiedene Figuren und mechanische Elemente. Ein Besuch soll dadurch bewusst unberechenbar bleiben, denn die Gäste wissen nicht immer, welcher Effekt als Nächstes ausgelöst wird.

Schon der Weg ins Lokal gehört zum Erlebnis. Besucher können bereits am Eingang mit überraschenden Effekten wie Wasser oder Luftstößen konfrontiert werden. Im Inneren setzt sich diese Inszenierung fort. Die Bar verbindet dabei bewusst Albernheit, Grusel und den teilweise derben Humor, für den das Konzept seit Jahrzehnten bekannt ist. Selbst beim Servieren der Getränke wird das Thema aufgegriffen. Einige Getränke werden in ungewöhnlichen Gefäßen mit Toilettenbezug serviert, und auch ein Lift kommt beim Transport zum Einsatz. Neben verschiedenen Getränken gibt es zudem kleinere Speisen. Unter anderem gehört die klassische Berliner Currywurst zum gastronomischen Angebot. Im Mittelpunkt steht allerdings weniger ein aufwendiges kulinarisches Konzept als das Erlebnis rund um die Bar.
Auch optisch ist das KLO ein kleines Zeitzeugnis. Nach Angaben des Betreibers hat sich an der Gestaltung seit den 1970er-Jahren vergleichsweise wenig verändert. Gerade das macht einen Teil des Charmes aus. Statt eines modernen, durchgestylten Themenlokals erwartet die Gäste eine bewusst altmodische und chaotische Erlebniswelt, die ihre Wurzeln in der Berliner Kneipenkultur der 1970er-Jahre nicht versteckt.