Kennt ihr schon Berlin? Nein, wir sprechen hier ausnahmsweise nicht von unserem geliebten Spree-Athen mit Fernsehturm, überfüllter Ringbahn und genialen Konzerten. Wir reden von einer waschechten Geisterstadt mitten in der Wüste!
Entdeckt mit uns Berlin im Bundesstaat Nevada im abgelegenen Nye County, USA. Dort schlummert ein verlassener Ort, der Besucher zurück in den Wilden Westen katapultiert.
Von der boomenden Silbermine zur stillen Geisterstadt

Gegründet wurde dieses andere Berlin im Jahr 1897 während des großen amerikanischen Silber-Booms. Bergleute mit deutschen Wurzeln gaben der Siedlung in den Bergen den Namen ihrer einstigen Hauptstadt.
In ihren besten Tagen lebten hier knapp 300 Menschen, die hart arbeitend ihr Glück im Bergbau suchten. Es gab Holzhütten, eine Schule, Geschäfte und eine Stempelmine, die unaufhörlich Gestein zermalmte.
Bis zum Jahr 1911 wurden Edelmetalle im Wert von knapp $849.000 (heute ca. 29,8 Millionen US-Dollar) aus den Felsen geschlagen, bevor der lukrative Silberregen versiegte. Die Bewohner zogen weiter, und die Stadt fiel in einen Dornröschenschlaf. Heute präsentiert sich der Ort als Freilichtmuseum im „arrested decay“ – einem Zustand des bewusst eingefrorenen Verfalls.
Schwimmende Giganten tief im heißen Wüstensand Nevadas

Und wird noch verrückter! Direkt neben den verwitterten Holzhütten der Geisterstadt im State Park findet ihr eine der weltweit größten Ansammlungen von gigantischen Ichthyosaurier-Fossilien. Diese bis zu 225 Millionen Jahre alten Meeresreptilien wurden rund 15 Meter lang und durchschwammen die prähistorischen Ozeane lange bevor es eine Wüste in Nevada gab.
Die Minenarbeiter stießen als Erste auf die Fossilien. Allerdings wussten sie nicht, was sie da vor sich hatten. Als der Wissenschaftler Prof. Siemon Muller die Gegend 1928 besuchte, erkannte er als Erster, dass es sich um die Überreste gigantischer Ichthyosaurier handelte. In den 50ern begann dann die systematische Ausgrabung.
Insgesamt wurden die Überreste von fast 40 riesigen Ichthyosauriern freigelegt, die teilweise bis zu 15 Meter lang sind. Um diese unglaubliche Fundstelle und die alte Geisterstadt der Silbergräber zu schützen, wurde 1957 der Berlin-Ichthyosaur State Park gegründet.
Besucher können die gewaltigen Knochen im Fossil House bestaunen. Nirgendwo sonst auf der Welt liegen wilde Wildwest-Geschichte und uralte Dino-Überreste derart skurril dicht beieinander!