Die Himmelsscheibe von Nebra gilt als einer der bedeutendsten Kulturschätze der Welt. Es handelt sich um die weltweit älteste Darstellung des Himmels und astronomischer Phänomene – und ihr Fund war eine echte Sensation.. Doch anders, als ihr vielleicht vermutet, wurde die 32 Zentimeter große Bronzescheibe nicht von Archäologen entdeckt, sondern von Raubgräbern mit Metalldetektoren. Statt wie gesetzlich vorgeschrieben gemeldet zu werden, landete der Fund zunächst auf dem Schwarzmarkt. Klingt wie ein Krimi, oder?
Die Himmelsscheibe von Nebra, ein wahrer Archäologie-Krimi

Nach ihrer illegalen Ausgrabung im Jahr 1999 wurde die Himmelsscheibe von ihren Findern auf dem Schwarzmarkt vertickt. Dabei gelangte sie in die Hände eines Kölner Hehlers, der sie dem Berliner Museumsdirektor Wilfried Menghin anbot. Dieser erkannte ihre herausragende Bedeutung sofort, lehnte den illegalen Kauf jedoch ab und alarmierte den damaligen Landesarchäologen in Halle. Denn das ganze Fundensemble (darunter Scheibe, Schwerter, Beile und Armringe) deutete auf einen Fundort in Sachsen-Anhalt hin.
Die Scheibe wechselte unterdessen erneut den Besitzer und gelangte zu einem Paar aus Kaarst. Um sie sicherzustellen, entwickelte Landesarchäologe Harald Meller gemeinsam mit der Polizei einen raffinierten Plan. Als angeblicher Vertreter eines wohlhabenden Mäzens bot er den Händlern 700.000 Euro für die Himmelsscheibe an.
Beim fingierten Übergabetermin im Jahr 2002 in Basel schlug die Polizei schließlich zu. Die Himmelsscheibe wurde sichergestellt und gelangte damit endlich in wissenschaftliche Hände.
Heute ist das Original im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle zu sehen. Eine originalgetreue Kopie befindet sich rund 3 km von ihrem Fundort entfernt, im Besucherzentrum Arche Nebra, das 2007 eröffnet wurde.
2013 wurde die Himmelsscheibe im Übrigen in das UNESCO-Weltdokumentenerbe aufgenommen.

Vom Fund- bzw. Tatort zum Ausflugsziel
Die Arche Nebra beherbergt nicht nur eine Kopie der Himmelsscheibe, sondern auch ein hochmodernes Planetarium, das die astronomischen Geheimnisse der Scheibe entschlüsselt. Die spektakuläre Krimi-Geschichte ihrer Entdeckung wird dort zudem in einem humorvoll gestalteten Puppentheater erzählt.
Auf dem Weg hinauf zur Fundstelle selbst, auf dem Mittelberg, erwartet euch keinesfalls nur eine einfache Waldlichtung. Seit 2007 gibt es hier diverse Attraktionen, die die Geschichte und Astronomie rund um die Himmelsscheibe von Nebra greifbar macht: Der Himmelsspiegel, auch „Himmelsauge“ genannt, ist eine polierte Edelstahlscheibe im Boden. Sie markiert die exakte Ausbragungsstelle des Bronzezeit-Schatzes und spiegelt zugleich den Himmel wider.
Gleich daneben ragt ein 30 Meter hoher Aussichtsturm empor, von dessen Spitze ihr bei klarer Sicht sogar bis zum Kyffhäusergebirge blicken könnt. Als riesige Sonnenuhr ausgerichtet, gibt ein Spalt im Turm den Blick zum Brocken im Harz frei – exakt dorthin, wo zur Sommersonnenwende die Sonne untergeht. Im Boden eingelassene Betonbänder weisen den Weg zu weiteren Sichtachsen, während markierte Fundscheiben zu einer kleinen Schatzsuche einladen. Rekonstruierte Ringwälle verleihen dem historischen Ort schließlich eine fast mystische Atmosphäre.

Von Berlin aus erreicht ihr den bedeutenden Ort Nebra völlig unkompliziert.
Mit dem Auto fahrt auf der A9 Richtung Leipzig/München, wechselt am Kreuz Rippachtal auf die A38 Richtung Göttingen/Kassel und verlasst diese bei Querfurt, um der B180 Richtung Nebra/Wangen zu folgen.
Wenn ihr mit dem Zug fahren wollt, nehmt ihr am besten den ICE/IC nach Halle (Saale) Hbf. Dort steigt ihr in die Abellio-Regionalbahn (RB 77) Richtung Naumburg/Wangener Unstruttal um und geht das letzte Stück zu Fuß ( ca. 10-15 Minuten).