Die schönsten Schlösser der Umgebung sind immer einen Ausflug von Berlin aus wert. Wart ihr schon einmal beim größten Palast des Preußenkönig? Oder kennt ihr das versteckte Schloss nur eine Stunde von Berlin entfernt, das nur einmal im Jahr geöffnet hat? Wer genug vom Glanz dieser Prachtbauten hat, kann sich auch ein Schloss in einem ganz anderen Zustand ansehen. Die Schlossruine Hohenlandin im Nordosten Brandenburgs ist einer der faszinierendsten „Lost Places“ der Region. Einst ein prachtvolles Herrenhaus, erzählt sie heute eine melancholische Geschichte von Glanz und Verfall.
Vom englischen Landhaus in den Verfall

Das Schloss wurde um 1860 im Auftrag der Familie von Münchhausen erbaut. Das Gebäude wurde ganz im Stil der Tudor-Gotik entworfen, der letzten Phase der gotischen Architektur in England. Mit seinen Zinnen, Türmchen und Spitzbogenfenstern erinnerte es daher eher an ein englisches Landhaus als an ein typisch preußisches Herrenhaus. Es galt damals als eines der modernsten und prunkvollsten Gebäude in der gesamten Uckermark.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Familie allerdings enteignet. In der DDR-Zeit diente das Gebäude zunächst als Flüchtlingsunterkunft, später als Schule, Konsum-Laden und Gemeindezentrum. Da jedoch kaum in den Erhalt investiert wurde und das Dach nach und nach undicht wurde, setzte der Verfall ein. Nach der Wende stand das Schloss leer, wurde durch Vandalismus und Brandstiftung weiter beschädigt und ist heute eine Ruine. Die Decken sind eingestürzt, und die Natur holt sich das Gemäuer langsam zurück.
Besuch in der mystischen Parkanlage

Die Ruine liegt in der Gemeinde Mark Landin (Ortsteil Hohenlandin), etwa 100 Kilometer nordöstlich von Berlin. Heute ist die Schlossruine Hohenlandin ein beliebtes Ziel für Fotograf:innen und Fans von „Lost Places“. Allerdings darf das Gebäude selbst aufgrund von Einsturzgefahr meist nicht betreten werden. Ein Förderverein kümmert sich heute um die Belange des Schlosses.
Von außen bietet die Ruine euch mit ihren hohen, fensterlosen Mauern und dem Efeu-Bewuchs jedoch ein extrem fotogenes und mystisches Bild. Kombiniert den Ausflug mit einem Spaziergang durch den weitläufigen Lenné-Park, der das Schloss umgibt. Auch wenn – oder weil – der Park heute verwildert ist, ist euch eine sehr ruhige, fast verwunschene Atmosphäre sicher!