5 der dunkelsten Kapitel Berlins zeigen, dass die Hauptstadt nicht nur für Freiheit, Toleranz und Frieden, sondern auch für ihre Schattenseiten bekannt ist. Gewalt und Verbrechen gehören bis heute zum Stadtbild. Und jene Orte erinnern vor allem an die schrecklichen, gewaltgeprägten Ereignisse der deutschen Vergangenheit – von NS-Verbrechen über den Kalten Krieg bis hin zum repressiven DDR-Regime. Doch auch Fälle besonders grausamer Verbrechen, für die einzelne Täter verantwortlich sind, haben Geschichte geschrieben. Im Folgenden stellen wir 5 der dunkelsten Kapitel Berlins vor: von Lost Places und Gedenkstätten, die historische Staatsverbrechen dokumentieren, bis hin zu wahren Einzelverbrechen, die ebenfalls in die Geschichte eingingen.
1. Teufelsberg: Beliebter Lost Place mit dunklen Geheimnissen

Der Teufelsberg, heute eine imposante Open-Air-Kunstgalerie, war einst ein Symbol des Krieges – und nicht nur des Kalten. Dass die 120 Meter hohe Erhebung im Grunewald während des Kalten Krieges von der US-amerikanischen Besatzungsmacht als Abhörstation genutzt wurde, ist inzwischen allgemein bekannt. Der künstliche Berg entstand aus den Trümmern des Zweiten Weltkriegs und liegt auf dem Rohbau der Wehrtechnischen Fakultät der Nazis. 1937 ordnete Adolf Hitler dort die Errichtung einer militärtechnischnen Hochschule an. An der Fakultät sollte Forschung für Rüstung und Krieg betrieben und zugleich ein zentraler Ort seiner geplanten Welthauptstadt Germania entstehen. 1940 wurde das Bauprojekt eingestellt. 1946 diente der Rohbau schließlich als Fundament für die Ablagerung des Kriegsschutts, auf dem Ende der 1960er Jahre die Abhörstation der US-Armee entstand.
2. Hohenschönhausen: Stasi-Gefängnis, eines der dunkelsten DDR-Kapitel

Zu den 5 der dunkelsten Kapitel zählt auch das Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen. Schon beim Betreten des Ortes spürt man die bedrückende Atmosphäre seiner Vergangenheit. In der DDR diente das Gefängnis als zentrales Instrument der Staatssicherheit, um die Bevölkerung zu überwachen und zu unterdrücken. Die heute vielbesuchte Gedenksstätte gewährt Einblicke in die Schicksale politisch Verfolgter, Oppositioneller und Fluchthelfer. Die Inhaftierten waren verschiedensten Formen von Gewalt ausgesetzt: brutale Verhörmethoden sowie physische und psychische Folter gehörten zum Alltag. Wer Widerstand gegen das DDR-Regime leistete, musste stets mit einer Inhaftierung durch die Stasi rechnen.
3. Beelitz-Heilstätten: Lost Place der Geschichte und Legenden

Die Beelitz-Heilstätten gehören zu den bekanntesten und unheimlichsten Lost Places rund um Berlin. Verfallene Gebäude, lange dunkle Flure, alte medizinische Geräte und die wuchernde Natur verleihen dem Ort eine gespenstische Atmosphäre. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Komplex als Tuberkulose-Sanatorium errichtet. Im Ersten Weltkrieg diente das Gebäude als Lazarett – unter den Patienten war auch der damals noch unbekannte Adolf Hitler. Nach 1945 übernahm die sowjetische Besatzungsmacht die Heilstätten und betrieb sie bis Anfang der 1990er-Jahre als Militärkrankenhaus. Um die Heilstätten ranken sich darüber hinaus zahllose Legenden und wahre Begebenheiten. Besonders berüchtigt ist ein Verbrechen aus dem Jahr 1991: Die „Bestie von Beelitz“ ermordete die Frau eines sowjetischen Arztes und ihr Kind in einem nahegelegenen Wald. Es handelte sich dabei um den Serienmörder Wolfgang Schmidt, der mit dieser Tat eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte des Ortes schrieb.
4. Der Frauenmörder von Friedrichshain

Ein weiteres der 5 dunkelsten Kapitel Berlins spielte sich im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ab. Und dieses erzählt von Carl Großmann, einem der berüchtigtsten Serienmörder Deutschlands in der Nachkriegszeit des Ersten Weltkrieges. Zwischen 1918 und 1921 brachte er in der Gegend mindestens 23 Frauen ums Leben. Immer wieder tauchten Leichenteile im Engelbecken und im Luisenstädtischen Kanal auf, die auf ihn zurückzuführen waren. Der ehemalige Metzgersgehilfe lauerte armen Frauen und Prostituierten rund um den Schlesischen Bahnhof auf. Unter dem Vorwand, ihnen Arbeit oder eine warme Mahlzeit zu bieten, lockte er sie in seine kleine Wohnung. Dort vergewaltigte und tötete er sie und zerstückelte anschließend die Leichen. Am 21. August 1921 wurde Großmann schließlich auf frischer Tat ertappt, nachdem ein Nachbar die Polizei wegen lauter Schreie alarmiert hatte.
5. Der gefährlichste Serienmörder aus jüngster Zeit

Thomas Rung gilt als einer der gefährlichsten Serienmörder und steht sinnbildlich für eines der fünf dunkelsten Kapitel Berlins. Zwischen 1983 und 1995 tötete der Mann aus Spandau 7 Menschen – 6 Frauen und seinen eigenen Stiefbruder – auf grausame und unterschiedliche Weise. Während viele Serienmörder nach festen Mustern handeln, variierte Rung die Tatmethoden erheblich. 1995 wurde er schließlich verhaftet und zu zweimal lebenslänglich mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Seine Delikte umfassten nicht nur Mord, sondern auch Totschlag, Vergewaltigung, Raub und weitere Gewalttaten. Heute sitzt Rung in der JVA Tegel, wo er sogar einen Mithäftling beinahe getötet hätte. Seine Verbrechen und sein Leben hinter Gittern wurden mehrfach dokumentiert – stets verbunden mit der Frage, was Menschen zu solchen grausamen Taten treibt.
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