Mitten in Berlin existiert Natur, Kunst und Technikgeschichte an einem Ort. Wir meinen damit natürlich den Natur-Park Südgelände in Schöneberg. Auf dem Gelände des ehemaligen Rangierbahnhofs Tempelhof ist über Jahrzehnte des Stillstands ein „Urwald“ mitten in der Stadt entstanden. Wo einst Dampflokomotiven rangierten, wachsen heute seltene Pflanzen und Bäume zwischen verrosteten Gleisen. Wenn ihr nach einer Pause vom Trubel der Stadt sucht, seid ihr hier genau richtig.
Naturraum mitten in der Stadt

Die Geschichte des Natur-Park Südgelände ist eng mit dem schnellen Wachstum Berlins im 19. und 20. Jahrhundert verknüpft. Der 1889 eröffnete Rangierbahnhof war einst eine wichtige Lebensader der Stadt. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Teilung Berlins wurde er im Jahr 1952 aber eingestellt.
Über 50 Jahre lang blieb das Gelände sich selbst überlassen. In dieser Zeit entwickelte sich eine ökologische Nische mit über 350 Pflanzenarten und zahlreichen geschützten Tieren. Erst Ende der 1990er-Jahre wurde das Areal langsam, aber sicher für die Öffentlichkeit erschlossen. Der gesamte Umbau kostete fast 1,6 Millionen Euro.
Dabei wurde darauf geachtet, die wilde Vegetation und die letzten Überbleibsel der Eisenbahnzeit als Mahnmal und Naturraum zu erhalten. Heute gehört der Park gehörtdem Britzer Garten und den Gärten der Welt zu den drei „großen“ Parks der landeseigenen Grün Berlin Park und Garten GmbH. Außerhalb Berlins wurde der Park durch die Expo 2000 bekannt.
Ein Spaziergang durch die Industriegeschichte

Heute könnt ihr sozusagen die ganze Industriegeschichte bei einem Spaziergang über den Natur-Park Südgelände erleben. Man wandert über einen 2,7 Kilometer langen Stahlgittersteg, der über dem empfindlichen Boden schwebt, vorbei an einer majestätischen Dampflokomotive der Baureihe 50 und einer riesigen historischen Drehscheibe.
Ein Wahrzeichen ist der weithin sichtbare, 50 Meter hohe Stahlskelett-Wasserturm. Über das gesamte Gelände verteilt finden sich zudem Kunstinstallationen der Gruppe Odious. Und auch für Tier- und Pflanzenfreundinnen gibt es genug zu entdecken: Ihr findet dort 366 verschiedene Arten an Farn- und Blütenpflanzen, 49 Großpilzarten, 49 Vogelarten, 14 Heuschrecken- bzw. Grillenarten, 57 Spinnenarten und 95 Bienenarten sehen.
Nicht verpassen solltet ihr auch nicht die Veranstaltungen im Park: Von Führungen, Aktivitäten für Kinder bis hin zu Yogastunden ist hier für jede:n etwas dabei. Schaut auf den aktuellen Kalender des Parks!