Man kann nicht alles haben, heißt es oft. Doch einige versteckte Geheimtipps rund um Berlin beweisen genau das Gegenteil. Von spektakulären Sandsteinfelsen-Landschaften, die an den Grand Canyon erinnern, bis hin zu ehemaligen NSA-Abhörstationen, die heute als größte Street-Art-Galerie Europas gelten: Rund um die Hauptstadt gibt es unglaublich viel zu entdecken. Einer dieser besonderen Orte ist der Finkenberg Observation Tower in der Döberitzer Heide. Der Aussichtsturm liegt mitten in einem Naturschutzgebiet mit seltenen Tierarten und einer Landschaft, die stellenweise eher wie eine abgelegene Steppe in Osteuropa wirkt als wie das Berliner Umland.

Der Aussichtsturm befindet sich inmitten eines riesigen Naturschutzgebiets, das heute als eines der wildesten und ursprünglichsten Landschaftsprojekte rund um Berlin gilt. Besonders bekannt ist die Döberitzer Heide für ihre frei lebenden Wisente, also europäische Bisons, sowie für die seltenen Przewalski-Pferde, die als die letzten echten Wildpferde der Welt gelten.
Von der oberen Plattform des Turms eröffnet sich ein außergewöhnlicher Panoramablick über die weiten Graslandschaften der Heide. Bei klarer Sicht reicht der Blick Berichten zufolge bis zu 25 Kilometer weit direkt Richtung Berliner Fernsehturm und Alexanderplatz. Genau dieser Kontrast macht den Ort so besonders: Vor euch liegen scheinbar endlose Wildnisflächen mit Bisons und Wildpferden, während am Horizont gleichzeitig die Skyline Berlins auftaucht.
Die Döberitzer Heide selbst besitzt eine außergewöhnliche Geschichte. Über Jahrzehnte war das Gebiet militärisches Sperrgebiet und wurde unter anderem von der sowjetischen Armee genutzt. Dadurch blieb die Landschaft weitgehend unberührt und entwickelte sich zu einem Rückzugsort für seltene Tier- und Pflanzenarten. Nach dem Abzug des Militärs wurde das Areal schrittweise renaturiert und zu einem großflächigen Naturreservat umgewandelt.

Heute umfasst das Gebiet riesige offene Graslandschaften, sandige Wege, Heideflächen und Feuchtgebiete. Gerade diese Mischung erzeugt eine fast unwirkliche Atmosphäre, die viele Besucher eher mit afrikanischen Savannen oder osteuropäischen Steppenlandschaften verbinden würden als mit Brandenburg.
Besonders faszinierend sind die Wisente, die dort teilweise frei durch die Landschaft ziehen. Die Tiere können bis zu 900 Kilogramm schwer werden und zählen zu den größten Landsäugetieren Europas. Gleichzeitig leben in der Heide Przewalski-Pferde, deren Art einst als nahezu ausgestorben galt. Die Tiere gelten als letzte ursprünglich erhaltene Wildpferde der Erde und gehören weltweit zu den seltensten Pferdearten überhaupt.